1. FC Kaiserslautern: Jean Zimmer ein Thema beim VfB Stuttgart? – Kommt gar kein Neuer?

Keine Zugänge ohne Abgänge

Der völlig unerwartete Rücktritt von Vorstandsboss Stefan Kuntz zum Ende der Saison hat beim 1. FC Kaiserslautern am gestrigen Montag für ein mittelschweres Beben gesorgt. Kuntz machte keinen Hehl daraus, dass unterschiedliche Auffassungen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat den Ausschlag gegeben hätten.

Zwar betonte Kuntz explizit, dass nicht die gescheiterte Verpflichtung des inzwischen beim 1. FC Union Berlin gelandeten Emanuel Pogatetz den Ausschlag gegeben hat, doch dass Kuntz anders als der Aufsichtsrat in der Winterpause personell nachlegen wollte, dürfte ein gewichtiger Punkt gewesen sein. Doch nicht nur das. Vielmehr wurde laut SWR-Reporter Jürgen Schmidt wohl sogar erwogen, weitere zum Leistungsträger avancierte Eigengewächse wie Jean Zimmer oder Marius Müller abzugeben, um selbst auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Zumindest zwischen den Zeilen bestätigte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Nikolai Riesenkampff auf der gestrigen Pressekonferenz diesen Hintergrund: „Ohne Spieler abgeben zu können, werden wir keine neuen Spieler verpflichten.“ 

Geht doch noch ein Leistungsträger?

Und auch die weiteren Aussagen von Riesenkampff, der erst die Lizenzierung für die neue Saison planen will, um zu wissen, „welche Möglichkeiten wir im Sommer haben, um in neue Spieler zu investieren“, lässt nicht auf kurzfristige Wintertransfers schließen, die der Mannschaft von Trainer Konrad Fünfstück in einigen Bereichen allerdings sehr gut zu Gesicht stünden.

Ausschließen kann man rund um den FCK im Moment jedenfalls nichts, zumal der offenbar zu etwas mehr finanziellem Risiko bereite Kuntz trotz seiner Ankündigung, bis zum Sommer „weiter die beste Lösung für den FCK“ anzustreben, de facto entmachtet ist. Zumindest nicht völlig ausgeschlossen erscheint deshalb ein Szenario, dass Spieler wie Zimmer oder Müller, für die es sicherlich einen Markt gäbe, doch verkauft werden.

Laut den „Stuttgarter Nachrichten“ (Ausgabe vom 19.01.2016) soll sich der VfB Stuttgart bereits mit Zimmer beschäftigen, der schon in der vergangenen Sommerpause mit einigen anderen Klubs wie Eintracht Frankfurt und RB Leipzig in Verbindung gebracht worden ist. Angesichts eines bis 2018 laufenden Vertrages sitzt der FCK bei Zimmer aber am längeren Hebel und könnte die Bedingungen eines Wechsels wohl weitgehend diktieren. Zumindest so lange, bis nicht weitere Details zur Finanzsituation vielleicht doch eine Notlage ergeben. Auch das lässt sich aufgrund der starren Haltung des Aufsichtsrates in Sachen Transfers nicht ausschließen.