1. FC Nürnberg: Interview mit Hanno Behrens

„Für jeden Gegner schwer zu besiegen“

Hanno Behrens (25) kann nach den zwei Aufstiegen mit Darmstadt (2014 & 2015) nun mit dem 1. FC Nürnberg sein persönliches Triple perfekt machen. Wie der defensive Mittelfeldspieler die Chancen für den Club einschätzt, was der Ausfall von Raphael Schäfer bedeutet und warum er Darmstadt in naher Zukunft nicht wiedersehen möchte, erklärt er im Liga-zwei.de-Interview.

Hanno Behrens von Nürnberg im Zweikampf mit Jerome Gondorf von Darmstadt

Unverzichtbar. Hanno Behrens stand bisher in jedem Saisonspiel für den 1. FC Nürnberg auf dem Platz. ©Imago

Liga-zwei.de: Herr Behrens, der 1. FC Nürnberg ist seit 15 Spielen ungeschlagen. Ist Ihnen diese Serie manchmal unheimlich?

Hanno Behrens: „Nein, unheimlich absolut gar nicht. Wir gucken nur nach vorne. Es ist schön, so eine Serie zu haben und sie gibt uns weiter Selbstvertrauen.“

Liga-zwei.de: Wie erklären Sie sich diesen Lauf?

Behrens: „Wir sind schwierig zu schlagen, hauen uns in jeden Zweikampf rein und laufen ungemein viel. Es ist nicht einfach, gegen uns zu spielen und wir haben Qualität, jederzeit ein Tor zu erzielen. Ich glaube diese Kombination macht es für den Gegner schwer, uns zu besiegen.“

„Egal wer im Tor steht“

Liga-zwei.de: Im Winter hat Alessandro Schöpf den Club verlassen. Ist die Mannschaft dadurch noch enger zusammen gerückt?

Behrens: „Auf jeden Fall war das ein Verlust, Alessandro ist ein super Spieler und auch außerhalb vom Platz ein toller Typ. Wir wussten aber, dass wir das als Mannschaft auffangen können und haben mit Stibi (Anm. d. Red.: Zoltan Stieber) Qualität dazu bekommen. Enger zusammen gerückt würde ich daher nicht sagen, da wir vorher auch schon ein kompaktes Team waren und somit den Abgang auch kompensieren konnten.“

Liga-zwei.de: Ihr Torwart Raphael Schäfer fällt nun länger verletzt aus. Ist das ein Nachteil im Aufstiegskampf?

Behrens: Ja, das tut uns im ersten Moment schon weh, wenn sich ein Stammspieler verletzt. Aber wir haben dahinter zwei gute Torhüter und egal wer im Tor steht, er wird das Vertrauen der ganzen Mannschaft spüren.

„Zähle mich zu Führungsspielern“

Liga-zwei.de: Fehlt Schäfer nicht auch als Führungsspieler und können Sie diese Rolle noch mehr einnehmen?

Behrens: „Klar ist er ein Führungsspieler, der sich nun außerhalb verstärkt einbringen wird. Aber wir haben auch andere Spieler, die auf dem Platz die Mannschaft führen können. Zum Teil zähle ich mich auch dazu, da ich ja schon einige Erfahrung gesammelt habe und mit 25 Jahren in unserer Mannschaft auch nicht zu den Jüngsten gehöre. Ich versuche mich schon einzubringen und wenn ich Verbesserungsbedarf sehe, spreche ich das auch direkt an.“

Liga-zwei.de: Sie können dieses Jahr Ihr persönliches Aufstiegstriple feiern. Inwieweit hilft Ihnen die Erfahrung der vergangenen beiden Aufstiege?

Behrens: „Ich denke schon, dass ich weiß, wie das klappen kann und versuche das an die Jungs weiter zu geben. Die aktuelle Situation ist aber ein bisschen anders als letztes Jahr mit Darmstadt. Das war ein absolutes Wunder, das niemand erwartet hat und schwer zu vergleichen mit Nürnberg. Allerdings machen wir es ähnlich, indem wir nicht auf die Tabelle schauen und keine großen Ziele nennen, sondern von Spiel zu Spiel schauen.“

Liga-zwei.de: Mit Patrick Erras haben Sie im defensiven Mittelfeld einen Youngster an Ihrer Seite. Inwieweit können Sie ihm helfen?

Behrens: „Es ist seine erste Profi-Saison und ich weiß, wie man sich da fühlt. Ich versuche, ihm zu helfen und ihn ein Stück weit an die Hand zu nehmen. Wir sind auswärts auf einem Zimmer und sprechen daher auch viel miteinander.“

Liga-zwei.de: Freitag geht’s nach Bielefeld. Sie müssten ja eigentlich beste Erinnerungen an die Alm (Stichwort: Last-Minute-Aufstieg 2014) haben. Was erwarten Sie gegen Arminia?

Behrens: „(lacht). Ja, ich habe sehr gute Erinnerungen. Bielefeld steht defensiv sehr gut und stabil, lauert auf seine Chance. Im Hinspiel haben wir es gesehen und lagen völlig verdient 0:2 hinten  und haben glücklich den Ausgleich geschafft. Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht in Rückstand geraten. Wenn wir dort in Führung gehen, haben wir auch gute Chancen, als Sieger vom Platz zu gehen.“

„Relegation gegen Darmstadt wäre Worst Case“

Liga-zwei.de: Zum Schluss noch ein Blick auf Ihren Ex-Klub Darmstadt. Warum schaffen die Lilien den Klassenerhalt?

Behrens: „Ich denke, auch wenn sie jetzt langsam da unten reinrutschen, dass es gut aussieht. Sie haben den richtigen Charakter in der Mannschaft, um in den letzten Spielen die wichtigen Punkte einzufahren. Mit ihrem Einsatzwillen und ihrer Entschlossenheit werden sie es packen.“

Liga-zwei.de: Was würde es bedeuten, wenn Sie in der Relegation mit Nürnberg gegen Darmstadt spielen müssten?

Behrens: „Das wäre irgendwie der Worst Case, aber auch typisch für den Fußball. Ich hoffe nicht, dass es so kommen wird. Falls schon, würde ich 100% für Nürnberg geben und die Vergangenheit natürlich für ein paar Tage ausblenden.“

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