Hannover 96: Sebastian Maier als Problemlöser?

Spielmacher momentan nicht gefragt

Sebastian Maier

Nach gutem Start weitgehend abgetaucht: Sebastian Maier © Imago

Mit 38 Punkten aus den ersten 20 Spielen liegt Hannover 96 auf dem zweiten Platz und damit zahlenmäßig voll im Soll. Bei genauerer Betrachtung fällt aber gerade im neuen Jahr auf, dass die Niedersachsen keinen guten Fußball spielen und nicht wie ein echtes Spitzenteam auftreten.

Die beiden Heimsiege gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:0) und nun am Montag gegen den VfL Bochum (2:1) waren jeweils eher glücklich und dazwischen setzte es eine herbe 1:4-Pleite bei der SpVgg Greuther Fürth sowie das Aus im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt (1:2).

Problemzonen gibt es in der Mannschaft von Trainer Daniel Stendel einige, wobei die Außenverteidigerpositionen schon länger als Schwachstellen ausgemacht worden sind, aber dennoch im Winter auf Nachbesserungen verzichtet wurde. Die bereits 24 Gegentore sind auch kein Ruhmesblatt, haben doch neun Ligarivalen weniger Gegentreffer zugelassen. Am meisten Sorgen bereitet im Moment aber das vermeintliche Prunkstück – die Offensive, die mit 35 Toren gemeinsam mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Nürnberg die beste der Liga ist.

Nur auf Martin Harnik ist Verlass

Abgesehen von Martin Harnik, der einigermaßen verlässlich trifft, sind alle Offensivkräfte nicht in bester Verfassung. Insbesondere über die Flügel kommt derzeit wenig, weil Felix Klaus und Noah-Joel Sarenren-Bazee nach ihrer Form suchen. Und als Sturmpartner von Harnik konnten sich bislang weder Niclas Füllkrug noch Kenan Karaman und Artur Sobiech empfehlen.

Möglicherweise auch deshalb, weil es den Spitzen schlichtweg an brauchbaren Zuspielen fehlt, die zwangsläufig nicht kommen, wenn die Außen nur wenig Akzente setzen, da das zentrale Mittelfeld mit Manuel Schmiedebach und Marvin Bakalorz mit Spielern besetzt ist, die viel laufen und arbeiten, aber sicher keine Kreativgeister darstellen.

Seit dem elften Spieltag nicht mehr im Einsatz

Nicht wenige im Umfeld von 96 fragen sich daher, warum mit Sebastian Maier einer der kreativsten Spieler im Kader nahezu völlig außen vor ist. Im aktuell praktizierten 4-4-2 gibt es dessen bevorzugte Zehner-Position zwar nicht, doch eine Umstellung auf 4-2-3-1 wäre vielleicht eine Option, um wieder mehr Schwung ins Offensivspiel zu bekommen. Dass Maier grundsätzlich die Fähigkeiten dazu hat, als Spielmacher eine bestimmende Rolle zu spielen, hat der Neuzugang vom FC St. Pauli an den ersten beiden Spieltagen mit zwei Toren und einer Vorlage gezeigt.

Danach verlor Maier schnell seinen Platz und kam seit dem 11. Spieltag nicht einmal mehr als Joker zum Zug. Ändert sich daran in den nächsten Wochen nichts, dürfte sich der 23-Jährige im Sommer anderweitig orientieren.

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