SC Paderborn: Deutliche Einschnitte im Abstiegsfall – Runderneuerte Elf gegen Bielefeld?

Effenbergs letzte Chance

Seit Sonntag steht endgültig fest, dass der SC Paderborn auch am Sonntag im Derby bei Arminia Bielefeld von Stefan Effenberg trainiert wird. Trotz mittlerweile zehn siegloser Pflichtspiele erhält der 47-Jährige nochmals eine Chance, die es aber zu nutzen gilt.

Präsident Wilfried Finke wollte sich im “Westfalen Blatt” zwar nicht konkret zum Fall einer erneuten Niederlage äußern, doch dass es dann zu einem erneuten Trainerwechsel käme, liegt auf der Hand. Zwischen den Zeilen ließ Finke darüber hinaus erkennen, den Führungsstil Effenberg als etwas zu locker anzusehen: “Ich kann dem Trainer nur empfehlen, die Zügel dramatisch anzuziehen und eine ganz andere Härte und Disziplin einzufordern. Stefan Effenberg denkt vielleicht immer noch ein bisschen wie ein Spieler, stellt sich vor seine Mannschaft und appelliert an die Eigenverantwortung von Profis. Aber diese Mannschaft kann nicht eigenverantwortlich erfolgreich sein. Diese Mannschaft muss ganz, ganz eng geführt werden. Sonst werden wir keinen Erfolg haben.”

Bei Abstieg nicht Top-Favorit

In personeller Hinsicht wird es in jedem Fall Änderungen geben. Selbst eine runderneuerte Elf im Vergleich zum 0:4 gegen den 1. FC Kaiserslautern ist nicht auszuschließen. Während Thomas Bertels und Michael Heinloth schon alleine wegen ihrer physischen Stärke gute Chancen auf einen Platz in der ersten Elf haben dürften, droht den enttäuschenden Außenverteidigern Marcel Ndjeng und Florian Hartherz die Bank. Und mit Kevin Stöger, Moritz Stoppelkamp und dem bislang weit hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Jakub Sylvestr stehen auch drei Offensivspieler auf der Kippe.

Man darf gespannt sein, für welches Team sich Effenberg in seinem “Schicksalsspiel” entscheidet. Vom Erfolg der Maßnahmen hängt indes nicht nur die Zukunft des Trainers ab, sondern auch, mit welcher Intensität die Planungen für die 3. Liga vorangetrieben werden. Intern wurde dieses Thema zwar schon angeschnitten, allerdings plant Boss Finke erst in zwei Wochen umfassendere Gespräche mit diesen wenig erfreulichen Inhalten.

Schon einmal verraten hat Finke allerdings, dass ein zweiter Abstieg in Folge sicherlich nicht mit enormem finanziellen Einsatz kompensiert würde: “Im Falle eines Abstiegs würde der SC Paderborn aufgrund des Spieleretats nicht zu den Topfavoriten zählen. Aber das war der SCP noch nie. Uns ist es in den erfolgreichen Jahren immer gelungen, mit vergleichsweise geringen Mitteln eine gute Mannschaft zusammen zustellen. In diesem Jahr ist uns die Mixtur nicht gut gelungen.”