SV Sandhausen: Bleibt Aziz Bouhaddouz? – Verkauf von Leistungsträgern nicht zwingend

Beste Chancen auf den Klassenerhalt

Acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind sieben Spieltage vor dem Ende zwar eine sehr gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt, doch sicher für ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga kann der SV Sandhausen derzeit noch nicht planen.

Angesichts eines nicht unlösbaren Restprogramms mit drei Heimspielen gegen direkte Konkurrenten (Arminia Bielefeld, FSV Frankfurt, MSV Duisburg) hat der SVS aber beste Chancen, die mit dem Handicap eines Drei-Punkte-Abzuges begonnene Saison mit dem Liga-Verbleib abzuschließen. Sollte der Klassenerhalt gelingen, würde es im neuen Jahr indes kein anderes Ziel geben. Wie Präsident Jürgen Machmeier nun gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“ erklärte, wird es keine Änderungen am Etat von 11,5 Millionen Euro geben.

Und auch in den nächsten Jahren sind wegen bestehender Verbindlichkeiten keine großen Sprünge drin: „Davon müssen wir über zehn Prozent für die Tilgung verwenden. Für den Stadionausbau mussten wir 8,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten aufnehmen. Erst in vier Jahren sind wir den größten Druck los. So lange muss es unser vorrangiges Ziel sein, die Klasse zu halten.“

Schmerzgrenze existiert

Angesichts der Finanzlage macht Machmeier auch keinen Hehl daraus, dass „die eine oder andere Ablöse nicht verkehrt“ wäre. Das bedeutet allerdings nicht, dass schon im vergangenen Sommer umworbene Akteure wie Florian Hübner, Leart Paqarada oder Andrew Wooten zwangsläufig verkauft werden: „Nein, wir wollen unsere Mannschaft zusammenhalten. Aber: Es gibt eine Schmerzgrenze“, so der Präsident, der im Fall der Fälle darauf vertraut, dass Geschäftsführer Otmar Schork neue Talente findet.

Mit Spannung erwartet wird vor allem die Entscheidung von Torjäger Aziz Bouhaddouz, der sich mit neun Toren und fünf Vorlagen in 21 Einsätzen in den Blickpunkt anderer Vereine gespielt hat. Langsam, aber sicher will Machmeier vom 28 Jahre alten Angreifer, dessen Vertrag ausläuft, wissen, wohin die Reise geht: „Ich nenne jetzt keinen festen Termin. Irgendwann muss sich Aziz aber entscheiden. Je früher, desto besser.“

Grundsätzlich scheint offen, ob Bouhaddouz verlängert, doch weil der Deutsch-Marokkaner vermutlich angesichts seines Alters nicht mehr allzu viele Chancen bekommen wird, um zu einem ambitionierten Verein zu wechseln, dürfte die Entscheidung auch eine Frage der Alternativen sein.