1. FC Heidenheim: Christian Kühlwetter ragt heraus

Angreifer mit einem Tor und zwei Vorlagen gegen Würzburg

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 07.11.2020 | 08:06
Christian Kühlwetter beim Abschluss.

Christian Kühlwetter scheint in Heidenheim angekommen zu sein. ©imago images/foto2press

Der Druck auf den 1. FC Heidenheim war vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen die Würzburger Kickers groß wie selten auf der Ostalb. Doch wäre nach fünf sieglosen Spielen mit nur zwei Punkten auch das Duell mit dem Tabellenschlusslicht aus Franken enttäuschend verlaufen, hätte der FCH den Blick wohl längerfristig erst einmal nach unten richten müssen. Doch mit einem 4:1-Sieg platzte der Knoten beim letztjährigen Tabellendritten, sodass auch Trainer Frank Schmidt nach den 90 Minuten erleichtert wirkte.

„Wir sind natürlich froh, dass wir die Partie nach ein paar Spielen ohne Sieg gewonnen haben. Das soll und wird uns Selbstvertrauen geben. Das wollen wir durch die Länderspielpause mit ins nächste Auswärtsspiel in Kiel mitnehmen“, dachte der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer auf der vereinseigenen Webseite indes auch gleich an die nächste Aufgabe im hohen Norden, wo Christian Kühlwetter seinen Platz in der Heidenheimer Anfangsformation erneut sicher haben dürfte.

Der im Sommer nach langen Verhandlungen vom 1. FC Kaiserslautern losgeeiste Angreifer avancierte gegen Würzburg zum Mann des Tages. Zunächst erzielte Kühlwetter das 2:0 selbst und bereitete dann noch die Treffer von Robert Leipertz sowie Konstantin Kerschbaumer zum 3:1 und 4:1 mustergültig vor.

An 60 Prozent der Heidenheimer Tore beteiligt

Der 24-Jährige, der an den ersten beiden Spieltagen zunächst noch auf der Bank Platz nehmen musste, aber als Joker zu überzeugen wusste und jeweils auch an Toren direkt beteiligt war, stand seit dem Heimspiel gegen den SC Paderborn am dritten Spieltag immer in der ersten Elf und ist mit nun drei Treffern sowie drei Vorlagen der interne Top-Scorer – und hatte damit zugleich an 60 Prozent der zehn Saisontore des FCH seinen Anteil.

Kühlwetter, der als gebürtiger Bonner jahrelang im Nachwuchs des 1. FC Köln ausgebildet wurde und sich dann ab 2016 beim 1. FC Kaiserslautern über die zweite Mannschaft nach oben gearbeitet hat, scheint auf dem besten Weg, die durch den Abgang von Tim Kleindienst (KAA Gent) entstandene Lücke im Heidenheimer Angriff zu schließen.

Nach der Länderspielpause, wenn es nicht nur nach Kiel, sondern auch gegen den Hamburger SV und zu Greuther Fürth geht, wird Kleindienst auf jeden Fall wieder gefragt sein. Diese drei Partien dürften dabei auch den 1. FC Heidenheim den weiteren Weg weisen. Denn mit positiven Ergebnissen wäre der FCH trotz des durchwachsenen Starts in einer sehr engen Liga schnell wieder oben dabei.