1. FC Heidenheim: Im Zentrum klafft eine Lücke

Abgänge von Dorsch und Griesbeck wiegen noch schwer

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 29.07.20 | 14:55
Sebastian Griesbeck in Heidenheim

Sebastian Griesbeck (l.) räumt künftig in der Bundesliga ab. © imago images / Sven Simon

Dass nach Sebastian Griesbeck (1. FC Union Berlin) auch Niklas Dorsch den Verein verlassen würde, kam beim 1. FC Heidenheim für niemanden überraschend. Zu positiv hatte sich der 22-Jährige, für den der belgische Top-Klub KAA Gent rund 3,5 Millionen Euro Ablöse auf den Schloßberg überweist, in den vergangenen beiden Jahren entwickelt.

Trainer Frank Schmidt steht nun wieder einmal vor der Aufgabe, schmerzhafte Verluste kompensieren und diesmal sogar ein neues Zentrum formieren zu müssen. Für die Doppelsechs, an der Schmidt mutmaßlich festhalten wird, bleiben aus dem bisherigen Aufgebot nur Youngster Kevin Sessa, der sein Potential vor allem im Relegations-Hinspiel in Bremen (0:0) aufblitzen ließ, und Konstantin Kerschbaumer, der allerdings auch eine Alternative im offensiven Mittelfeld und auf den Flügeln darstellt.

Drei Talente und ein gestandener Profi stoßen zum Kader

Neu hinzukommen die Talente Gökalp Kilic (zuletzt an den SSV Ulm 1846 verliehen), Julian Stark und Melvin Ramusovic (beide eigene U19), die zumindest zunächst aber nur eine untergeordnete Rolle spielen dürften. Anders als Andreas Geipl, dessen ablösefreie Verpflichtung von Jahn Regensburg bereits im Februar perfekt gemacht wurde.

Der 28-Jährige hat seine Zweitliga-Tauglichkeit in 78 Spielen für Regensburg bewiesen und dürfte eine verlässliche Größe sein, doch eine Entwicklung wie bei den mit 20 bzw. 22 Jahren zum FCH gekommenen Dorsch und Griesbeck (2013 vom SSV Ulm) ist bei Geipl nur bedingt zu erwarten.

Der Heidenheimer Philosophie, Spieler mit Potential recht früh zu verpflichten und auf ein höheres Niveau zu bringen, würde es daher entsprechen, wenn auch noch mindestens ein weiterer, jüngerer Akteur für das zentrale Mittelfeld käme. Carlo Sickinger vom 1. FC Kaiserslautern, dessen Name auf der Ostalb schon die Runde machte, würde mit seinen seit dem heutigen Mittwoch 23 Jahren und der in der 3. Liga nachgewiesenen Qualität bestens ins Raster passen.