1. FC Kaiserslautern: Auch Stefan Kuntz verneint Insolvenzgefahr

Schwere Vorwürfe von Buchholz in Richtung Grünewalt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 04.04.19 | 13:11
Stefan Kuntz

Auch laut Stefan Kuntz war der FCK 2008 nicht insolvent © Imago

Dank der jüngsten beiden Siege gegen den VfL Bochum (3:0) und bei der SpVgg Greuther Fürth (1:0) hat sich die sportliche Lage beim 1. FC Kaiserslautern merklich entspannt. Zwölf Punkte aus den ersten elf Spielen und Platz zwölf sind zwar noch lange kein Grund, um sich zurückzulehnen, doch immerhin scheinen die vor allem defensiv deutlich stabilisierten Roten Teufel auf einem guten Weg.

Kuntz verweist auf Zusatzeinnahmen

Just nachdem der FCK sportlich einigermaßen in die Spur gefunden hat, dominiert allerdings ein Nebenkriegsschauplatz die Schlagzeilen rund um den Betzenberg. Der RTL-Bericht über eine angebliche Zahlungsunfähigkeit im Frühjahr 2008, die in letzter Konsequenz zum Zwangsabstieg hätte führen müssen, sofern die Vorwürfe korrekt sind, sorgt nach wie vor für reichlich Aufregung.

„ Insolvenzgefahr bestand nicht. ”
Stefan Kuntz

Nachdem sich schon die aktuelle Vereinsführung mit einem klaren Statement zu Wort gemeldet und die Vorwürfe dementiert hat, äußerte sich nun auch Stefan Kuntz, der am 8. April 2008 sein Amt als Vorstandsvorsitzender angetreten hatte. Im „Kicker“ (Ausgabe 88/2016 vom 31.10.2016) verneinte Kuntz entschieden, dass der FCK im Frühjahr zahlungsunfähig oder kurz davor war: „Insolvenzgefahr bestand nicht.“

Kuntz betont in diesem Zusammenhang, dass im betreffenden Zeitraum mit dem drohenden Absturz in die Drittklassigkeit vor Augen die Einnahmesituation kurzfristig signifikant verbessert werden konnte: „Durch die neu aufkeimende Hoffnung im schließlich erfolgreich bestanden Kampf um den Klassenerhalt und die erfolgreiche „Herzblut-Kampagne“ konnten wir die Einnahmen im Ticketing und Merchandising noch signifikant steigern. In den letzten drei Heimspielen hatten wir über 100 000 Zuschauer.“

Grünewalt plädiert für neutralen Gutachter

Neben Kuntz, den aktuellen Verantwortlichen und auch der DFL widersprach auch der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Buchholz im SWR den Darstellungen von RTL und sieht eine gezielte Retourkutsche des früheren Finanzvorstands Fritz Grünewalt. „Dass er den Verein an den Rand des Ruins bringen will, mit Abstieg und Zahlungen an Offenbach, das ist nicht anständig“, so Buchholz, der betonte, dass sich der FCK 2008 schon alleine wegen der Unterstützung der Sponsoren nicht in Insolvenzgefahr befunden habe.

„ Dass er den Verein an den Rand des Ruins bringen will, ist nicht anständig. ”
Dieter Buchholz

Für Grünewalt, der sich ebenfalls im „SWR“ zu Wort meldete, wäre es derweil die sinnvollste Lösung, einen „unabhängigen und neutralen Gutachter“ einzuschalten. Unabhängig davon droht den FCK das Thema noch länger zu begleiten, bis eine vollständige Aufklärung der Geschehnisse erreicht wird.