1. FC Kaiserslautern: Der Liga-Zwei Teamcheck

Kommt der FCK aus dem Mittelmaß heraus?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Sonntag, 23.07.17 | 07:42
1. fc kaiserslautern fans

Fans und Mannschaft des FCK hoffen auf eine bessere Platzierung als in der letzten Saison. ©Imago/Zink

Die vergangene Saison lief für den FCK alles andere als optimal. Nach fünf Spieltagen waren die roten Teufel letzter, in der Winterpause schmiss Trainer Tayfun Korkut hin. Unter dem neuen Trainer Norbert Meier schaffte Kaiserslautern am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Zu wenig für die Ansprüche des Traditionsvereins, der nach den Platzierungen 13 und 10 in den vergangenen zwei Spielzeiten aufpassen muss, nicht im Mittelmaß der zweiten Liga zu versinken.

Ob der FCK in der neuen Saison wieder oben angreifen kann, sagen wir Euch in unserem Teamcheck. Abschließend geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Nach der vergangenen Saison wurde beim FCK alles hinterfragt. Sportdirektor Uwe Stöver ging von Bord. Chefscout Boris Notzon übernahm die Kaderplanung und war dabei äußerst umtriebig. Inklusive Jugendspieler stehen bei den roten Teufeln 17 Neuzugänge zu Buche. Da diesen nur neun Abgänge gegenüberstehen hat der FCK bisher mit 34 Spielern den größten Kader aller Zweiligisten.

Schmerzen dürften Kaiserslautern die Abgänge. Mit Pollersbeck, Gaus und Ewerton verließen drei Leistungsträger den Verein. Besonders Ewerton, bei dem bis zuletzt Hoffnung auf eine Rückholaktion bestand, wird den roten Teufeln als Abwehrchef fehlen.

Bei den Verstärkungen setzt Kaiserslautern in der Defensive auf Zweitliga-Erfahrung. Marcel Correia und Benjamin Kessel bringen es zusammen auf 192 Partien in der zweiten Bundesliga. Die neuen Angreifer wie Brandon Borello, Gervane Kastaneer oder Baris Atik kickten allerdings noch nicht in der zweithöchsten deutschen Spielklasse und werden Umstellungszeit benötigen.

Die aktuelle Form

Auf Wettkampf-Niveau hat der 1. FC Kaiserslautern noch kein Testspiel bestritten. Gegen die unterklassigen Gegner konnten die roten Teufel erwartungsgemäß gewinnen. Der erste Härtetest steht am morgigen Samstag an, wenn der englische Zweitligist Derby County zu Gast ist.

Stärken & Schwächen

Kann der 1. FC Kaiserslautern weiterhin so stabil in der Defensive bleiben? Abwehrchef Ewerton ist weg, Robin Koch hat Abwanderungsgedanken. Mit Correia, Giuliano Modica, sowie Leon Guwara und Benjamin Kessel auf den Außenpositionen könnte Lautern mit einer komplett neuen Defensivreihe auflaufen, die ihr Können erst noch beweisen muss.

Ein Hauptproblem bleibt die Sturmspitze. Lukas Spalvis ist noch nicht zu 100 % fit, Lukas Görtler vor dem Tor nicht abgezockt. Kacper Przybylko bleibt weiterhin verletzt. Daher geht Lautern mit dem bereits in der letzten Saison nicht überzeugenden Osayamen Osawe als Sturmspitze in die Saison.

Das Umschaltspiel der Lauterer könnte durch die schnellen Neuzugänge Brandon Borello und Gervane Kastaneer besser werden. Auch Baris Atik kann schnell von Strafraum zu Strafraum agieren.

Norbert Meier vom 1. FC Kaiserslautern

Welches System hat sich Norbert Meier für die Saison 2017/18 überlegt? ©Imago/Eibner

Der Trainer

Norbert Meier scheint derzeit die einzige Führungsperson in Kaiserslautern zu sein. Der FCK kommt in der Führungsetage nicht zur Ruhe, bestes Beispiel war die bislang erfolglose Suche nach einem neuen Sportdirektor. Der erfahrene Coach lamentiert jedoch nicht, sondern nimmt die Situation an. Dass er die Mannschaft erreicht, zeigte sich im Saisonfinale der vergangenen Spielzeit. Jetzt muss er allerdings die vielen Neuzugänge zu einer homogenen Einheit formen. Auch für den erfahrenen Coach eine Mammutaufgabe.

Die mögliche Startelf

Marius Müller ist zurück auf dem Betze, der Torhüter wurde von RB Leipzig ausgeliehen und wird wohl zwischen den Pfosten stehen.

Davor schickt Norbert Meier den FCK wohl mit einer Viererabwehrkette aufs Feld. Interessant wird es auf der Rechtsverteidiger-Position: Hat der junge Mwene, der in der vergangenen Saison in jedem Ligaspiel eingesetzt wurde, oder Routinier Benjamin Kessel die Nase vorn?

Nach den bisherigen Testspielen zu urteilen, beginnt ein Fünfer-Mittelfeld und eine Spitze. Im defensiven Mittelfeld ist Mads Albaek zuhause. Der Däne glänzt mit Übersicht und Einsatzwillen und könnte zum Fixpunkt werden. Neben ihm könnte Daniel Halfar im zentralen Mittelfeld agieren, die defensivere Variante wäre Gino Fechner.

Den offensiven Part könnte Baris Atik übernehmen, der viel Talent aus Hoffenheim mitbringt. Da Gervane Kastaneer noch nicht 100 % fit ist, könnte Manfred Osei Kwadwo auf links eine Chance erhalten. Auf rechts darf sich wohl zunächst Borrello beweisen. Mögliche Aufstellung:
Müller – Kessel, Correia, Modica, Guwara – Albaek, Halfar – Borrello, Atik, Osei Kwadwo – Osawe

Fazit

Der 1. FC Kaiserslautern ist eine große Unbekannte vor der kommenden Saison. Ob die teils erfahrenen, teils unerfahrenen Neuzugänge die prominenten Abgänge ersetzen können, steht noch in den Sternen. In der Defensive kam Erfahrung, offensiv hat sich Lautern mit schnellen Kickern verstärkt, in der Sturmspitze fehlt allerdings weiterhin ein verlässlicher Torjäger. Ohne die nötigen Tore versinkt der FCK daher wohl erneut im unteren Tabellenmittelfeld.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Enge Kiste

Wo landet der 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2017/18? Jetzt wetten!