1. FC Kaiserslautern: Ex-Keeper Ernst über den Abstiegskampf

Tipps für Ersatzkeeper Sievers

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Samstag, 03.02.18 | 10:37
Thomas Ernst im Trikot des 1. FC Kaiserslautern

Ex-Lauterer mit Erfahrung: Thomas „Gustl“ Ernst bestritt über 100 Bundesliga-Spiele. ©Imago/Sämmer

Einiges los zurzeit beim FCK: Halil Altintop wechselte doch noch auf den letzten Drücker zurück auf den Betze, er unterschrieb einen Vertrag bis 2019, der ligaunabhängig gilt. Außerdem wurde der neue Trainer Michael Frontzek vorgestellt, der Jeff Strasser vertritt und damit schon in Braunschweig auf der Bank sitzt.

Bei seinem Debüt kann er bekanntlich nicht auf Stammkeeper Marius Müller zurückgreifen, der sich gegen Düsseldorf einen Fehltritt leistete und mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Ein Resultat des hohen Drucks im Abstiegskampf?

Einfluss der Zuschauer

„Je weniger Fehler man sich erlauben darf, umso mehr steigt der Druck“, erklärt Ex-FCK Keeper Thomas Ernst im Gespräch mit Liga-Zwei.de, der in seiner Karriere einige kritische Tabellensituationen meistern musste. „Ob der Druck im Abstiegskampf mehr wird – das ist sehr individuell.“

„ Je weniger Fehler man sich erlauben darf, umso mehr steigt der Druck. ”
über den Abstiegskampf

Für den 106-Maligen Bundesligaspieler (davon 30 Partien für Lautern) hilft bei der Bewältigung des Drucks vor allem die Unterstützung des ganzen Vereins: „Grundsätzlich das Gefühl, auch mal einen Fehler machen zu dürfen, um nicht gleich die Häme der eigenen Fans zu ertragen oder vom Trainer in Frage gestellt zu werden.“

Möglicher Spott der eigenen Fans, das gehe den Kickern „mitunter schon nahe“, wie Ernst sagt. „Ich kenne Mitspieler von früher, die Angst vor jedem Ballkontakt hatten, weil im Stadion bereits bei der Ballannahme geraunt wurde.“

Zusammenhalt gefragt

Neben den Fans sei laut Ernst vor allem das Vereinsgefüge in einer kritischen Situation entscheidend. „Es setzt sich immer der durch, wo sich eine Gemeinschaft bildet, wo man zusammenhält. Das geht von den Spielern über die Verantwortlichen bis zu den Fans.“ Die Mannschaft müsse es schaffen ein Gefühl zu entwickeln, nach dem Motto „Wir gehen gemeinsam hier durch und schaffen das.“

„ Wir gehen gemeinsam hier durch und schaffen das. ”
über die nötige Einstellung

Selbstvertrauen aufbauen, mentale Stärke – diese Dinge sind laut Ernst also elementar im Abstiegskampf: „Da gibt es mittlerweile ja auch Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen.“ Ob zum „Vereinssportpsychologen, Mentaltrainer oder durch Mediation – das sind sicherlich Sachen, die hilfreich sind.“

Wird Sievers zum „Fels in der Brandung“?

In Braunschweig wird nun voraussichtlich Ersatztorhüter Jan-Ole Sievers den Kasten hüten. Kann er für den FCK „der Fels in der Brandung sein“, wie es Ernst ausdrückt, und den Pfälzern Sicherheit geben? Zweimal wurde er in dieser Saison für Müller eingewechselt, kassierte dabei sechs Gegentore. Überwiegt da nicht eher Unsicherheit statt Vorfreude?

„ Jetzt kann er vor Publikum zeigen, für was er im Training gearbeitet hat. ”
über den FCK-Ersatzkeeper

„Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man dann das ganze Drumherum ausblendet und fokussiert auf das Spiel ist“, so Ernst. „Jetzt kann er vor Publikum zeigen, für was er im Training gearbeitet hat. Ich hoffe das gelingt ihm.“ Ernst hat für den 22-Jährigen noch einen Tipp parat. „Egal was vor dem Spiel ist: Entscheidend wir sein, ob er es schafft, auf dem Platz zur Ruhe zu kommen und sich wohl zu fühlen.“

Ähnliches wird laut Ernst auch Torwart-Trainer Gerry Ehrmann, der bereits den heute 50-Jährigen coachte, seinem Schützling raten: „Sei ruhig sowie konsequent und schnell in deinen Entscheidungen. Hau dann alles raus was du hast.“ Laut Ernst wisse Ehrmann genau, wen er vor dem Spiel „pushen oder etwas bremsen muss. Dieses Feuer, das macht er mehr im Training, als im Vorfeld eines Spiels.“

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