1. FC Köln: Defensiv (noch) nicht bundesligatauglich

4:4 beim MSV Duisburg zeigt einige Defizite auf

Lasse Sobiech

Konnte der FC-Hintermannschaft keine Sicherheit verleihen: Lasse Sobiech © imago images / Sportpressefoto

Unmittelbar nach Ende der Partie des 1. FC Köln beim MSV Duisburg (4:4) rückte das sportliche Geschehen wegen eines Notfalls im Umfeld der Geißböcke, dem Vernehmen nach in der Familie von Trainer Markus Anfang, weit in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz haben die 90 Minuten von Duisburg auch Erkenntnisse geliefert, die den Verantwortlichen sicher nicht gefallen haben.

Nach zwei Partien ohne Gegentor musste Timo Horn beim vorherigen Tabellenschlusslicht gleich viermal den Ball aus dem Netz holen, wobei der Keeper nur beim Freistoß zum 4:4-Endstand keine gute Figur abgab. Zur Wahrheit freilich gehört auch, dass der FC gegen Holstein Kiel (4:0) und beim 1. FC Heidenheim (2:0) jeweils nur mit einer ordentlichen Portion Glück die Null halten konnte.

Stoppelkamp nutzt die Räume

Während das zwischenzeitliche 2:1 für den MSV durch Lukas Fröde im Anschluss an eine Standardsituation fiel, als Simon Terodde nicht mit letzter Konsequenz verteidigte, nutzte Moritz Stoppelkamp bei seinen beiden Toren jeweils den Raum hinter dem herausrückenden Rafael Czichos, den Florian Kainz und Marco Höger in beiden Fällen nicht schnell genug schließen konnten.

Czichos lieferte zwar mit einem hervorragenden Pass die Vorarbeit zu Teroddes 4:2 und demonstrierte dabei wie schon beim 2:0-Sieg am Sonntag in Heidenheim seine Qualitäten im Aufbauspiel. Ansonsten agierte der ehemalige Kieler aber fehlerhaft und leistete sich mehrere Ballverluste.

Schnelligkeitsprobleme im gesamten Defensivbereich

Auf der anderen Seite der Dreierkette konnte der für den angeschlagenen Jorge Meré ins Team gerückte Lasse Sobiech der Mannschaft keine Stabilität verleihen. Mehrfach mangelte es Sobiech am richtigen Timing, was aufgrund der kaum vorhandenen Spielpraxis aber nachvollziehbar war. Unverkennbar allerdings waren auch die Tempodefizite des Innenverteidigers, der damit im Kölner Kader längst nicht alleine dasteht.

Wie Sobiech zählen auch Czichos, Marco Höger, Johannes Geis und Jonas Hector nicht zu den schnellsten Akteuren. Lediglich Jorge Meré verkörpert in dieser Hinsicht gehobenes Niveau. Unabhängig vom Verbleib des wohl international begehrten Spaniers muss der FC im Sommer in der letzten Reihe sicherlich nachrüsten.

Das gilt nach den Eindrücken der letzten Monate nicht nur, aber auch wegen der genannten Schnelligkeitsprobleme ebenso für das zentrale Mittelfeld. Zudem ist Winterneuzugang Kainz bislang den Beweis schuldig geblieben, auf der linken Seite eine wesentliche Verstärkung darzustellen. Auch auf dieser Position dürfte Geschäftsführer Armin Veh genau hinsehen, wobei natürlich im Falle der Verpflichtung eines neuen Akteurs für das Zentrum die Option bestünde, Hector nach links zu ziehen.

Zehn Punkte Vorsprung auf den dritten Platz bedeuten ungeachtet vorhandenen Probleme eine exzellente Ausgangsposition. Die Geißböcke haben die Chance, vorzeitig den Aufstieg zu schaffen und dann mit einem Planungsvorsprung gegenüber einigen Konkurrenten auf dem Transfermarkt zu agieren.

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