1. FC Köln: Eine Auswechslung als falsches Signal

HSV bestraft passive Geißböcke mit dem späten Ausgleich

Dominick Drexler

Dominick Drexlers (l.) Führungstor reichte gegen den HSV nicht zum Sieg © imago images / DeFodi

Seit acht Spielen nicht mehr verloren und Tabellenführer mit sieben Punkten Vorsprung auf Platz zwei und sogar drei Zählern auf Rang drei. Bei nur noch fünf ausstehenden Spielen sieht es doch ganz stark nach dem direkten Wiederaufstieg des 1. FC Köln aus und doch hallten nach dem Ende der Partie gegen den Hamburger SV (1:1) am Montagabend Pfiffe durch das RheinEnergieStadion.

Die Protagonisten waren sich dabei nicht ganz einig, ob diese Schiedsrichter Robert Hartmann galten, der auf eine eigentlich zwingende gelb-rote Karte für den Hamburger Gideon Jung verzichtete und dessen Pfeife bei zwei intensiven Zweikämpfen im HSV-Strafraum stumm blieb. Oder aber, ob die Pfiffe der eigenen Mannschaft galten, die im zweiten Durchgang das Spiel völlig aus der Hand gab.

Die Geißböcke starteten gut, attackierten früh und verlagerten so das Geschehen überwiegend in die gegnerische Hälfte. Mit dem 1:0 durch Dominick Drexler belohnte sich der FC nach 26 Minuten für das Engagement und hatte die Begegnung bis zur verletzungsbedingten Auswechslung des guten Christian Clemens kurz vor der Pause, der HSV-Antreiber Douglas Santos weitgehend neutralisieren konnte, im Griff.

Schon in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel kam Hamburg aber besser ins Spiel und übernahm im zweiten Durchgang dann vollends das Kommando, während sich der 1. FC Köln weit zurückzog und so seinen Teil dazu beitrug, dass die nach den letzten Negativerlebnissen sicher nicht vor Selbstvertrauen strotzenden Hanseaten immer mehr Mut schöpften.

Hamburger Spielaufbau nahezu ungestört

Köln kam gar nicht mehr in die Zweikämpfe, dadurch kaum mehr in Ballbesitz und nur noch zu wenigen Entlastungsangriffen, die freilich auch deshalb versandeten, weil meist Jhon Cordoba alleine auf sich gestellt war und keine Mitspieler entschlossen nachrückten. Just in dieser Phase, in der der HSV immer mehr Druck aufbaute, hätte der FC neue Impulse gut gebrauchen können.

Doch anstatt einen Kreativspieler mit starker Ballbehauptung wie Louis Schaub zu bringen, der für etwas Entlastung hätte sorgen können, kam von außen ein letztlich wohl fatales Signal. Mit der Einwechslung von Innenverteidiger Lasse Sobiech für Torjäger Simon Terodde machte Trainer Markus Anfang bereits in der 74. Minute klar, die Führung nur noch über die Zeit bringen zu wollen – auch wenn diese Umstellung offenkundig auf Wunsch der Mannschaft erfolgte, wie Anfang auf der Pressekonferenz nach dem Spiel verriet.

Marco Höger rückte aus dem Zentrum der Dreierkette ins defensive Mittelfeld vor, konnte dort die Reihen aber zusammen mit Johannes Geis und Jonas Hector auch nicht mehr immer schließen. Zum einen, weil es allen zentralen Akteuren an Tempo mangelt und zum anderen, weil der Hamburger Spielaufbau aus der letzten Reihe ohne den zuvor regelmäßig früh störenden Terodde sehr kontrolliert vonstatten gehen konnte.

Kurze Regenerationszeit keine Ausrede

Gegen eine Mannschaft mit mehr spielerischen Mitteln wäre die passive Spielweise nach der Führung wohl nicht nur mit einem Gegentreffer bestraft worden, was gerade mit Blick auf die gute Anfangsphase die Frage aufwirft, warum man sich nach der Pause so weit zurückdrängen ließ anstatt weiter offensiv zu verteidigen.

Die im Vergleich zum HSV um zwei Tage kürzere Regenerationszeit seit dem Nachholspiel am Mittwoch beim MSV Duisburg (4:4) als eine Begründung anzuführen, wie es nach Spielschluss etwa Marco Höger und auch Trainer Anfang taten, erscheint dabei nicht unbedingt angemessen. Der als Co-Kommentator bei „Sky“ eingesetzte Ex-Kapitän Matthias Lehmann, der noch zum erweiterten Kader zählt, aber keine große Rolle mehr spielt, ließ jedenfalls durchblicken, dass eine Pause von vier kompletten Tagen zwischen zwei Spielen ausreichend sein sollte.

Obwohl das Unentschieden die Bundesliga wieder ein Stückchen näher gebracht hat, brachte der Montagabend genügend Dinge mit sich, die es sich zu hinterfragen lohnt. Einerseits, um den Aufstieg früh und souverän über die Bühne zu bringen. Andererseits und vor allem auch im Hinblick auf die Planung der neuen Saison.

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