1. FC Nürnberg: „Beim Fußballgott bedanken.“

Club erreicht Klassenerhalt

Der FCN jubelt

Trotz einer 1:3-Niederlage: Der FCN bleibt zweitklassig. ©Imago images/Zink

„Der Glubb is a depp“ lautet ein in Franken weit verbreiteter Spruch, der die Eigenheiten des 1. FC Nürnberg in wenigen Worten beschreibt. Am gestrigen Samstag sah es einmal mehr so aus, als wäre der FCN am Ende der Angeschmierte, gab eine 2:0-Führung aus dem Relegations-Hinspiel in der zweiten Halbzeit des Rückspiels aus der Hand, lag lange mit 0:3 zurück, was den Abstieg in Liga drei bedeutet hätte – ehe sich die fränkische Weisheit auf der Schanz aber nicht bewahrheiten sollte, Fabian Schleusener zum 1:3 traf und der FCN damit die Klasse hielt.

Ungewöhnlich

Dieser späte Treffer, sicherlich geht er in die Club-Geschichte ein, war aus mehrerlei Hinsicht besonders: Zum einen, da er eben Schleusener zufiel, der die ganze Saison über kein einziges Tor für den FCN erzielte, zum anderen, weil er in einen Zeitraum fiel, in dem der Club während der regulären Spielzeit meist Nackenschläge kassierte, anstatt zurückzukommen.

„Wir haben die Saison sehr viel auf die Fresse bekommen, auch sehr oft Pech gehabt in den letzten Sekunden und heute haben wir einmal Glück gehabt“, befand nach dem Spiel am DAZN-Mikrofon auch Kapitän Hanno Behrens, der die Standard-Gegentore mit der teilweise fehlenden Erfahrung im Team erklärte.

Behrens´ Trainer für die Relegations-Partien, Michael Wiesinger, wurde zu diesem Zeitpunkt maximal unruhig an der Seitenlinie. Seine Mannschaft sei „gewaltig ins Straucheln gekommen“, so der Fußballlehrer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Den Willen konnte man dem FCN allerdings nicht absprechen und letztlich half eine gehörige Portion Glück – erkannte auch Wiesinger, der Club müsse sich „beim Fußballgott bedanken, dass er uns da nochmal die Hand gereicht hat“.

Keine Planänderung

Eben jener Wiesinger erfüllte also seine Mission, mit dem FCN die Klasse zu halten und machte nach dem Spiel noch einmal deutlich, keine weiteren Ambitionen in Bezug auf den Cheftrainer-Stuhl bei den Franken zu hegen. Für ihn sei „der Auftrag erfüllt. Die Vereinbarung war die, dass ich ab morgen wieder die Leitung vom NLZ übernehme. Da sind meine Gedanken.“ 

Wie es beim 1. FC Nürnberg nun langfristig auf der Trainerposition weitergeht, ist offen. Klasse bewies am gestrigen Tage jedenfalls Wiesingers Kapitän Hanno Behrens, der auch im Moment des erreichten Klassenerhalts und in Feierlaune Ex-Coach Jens Keller für dessen geleistete Arbeit dankte.

Eben jener Behrens, der seit 2015 beim Club agiert und die fränkische Seele sicherlich wie nur wenige in der Mannschaft kennt, lieferte am Ende des gestrigen Tages auf der Vereinshomepage dann das treffendste Fazit: „Ausnahmsweise ist der Club kein Depp.“