1. FC Nürnberg: In allen Belangen ein schwarzer Tag

0:3-Niederlage gegen Hannover rückt in den Hintergrund

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 07.03.20 | 08:09

Lukas Mühl beim 1. FC Nürnberg

Nicht auf dem Spielfeld und dennoch im Blickpunkt: Lukas Mühl. ©Imago images/Claus Bergmann

Anstatt sich nach dem 1:0-Erfolg in der Woche zuvor beim Karlsruher SC von der Abstiegszone abzusetzen, geht das Zittern beim 1. FC Nürnberg weiter. Durch die 0:3-Heimniederlage am Freitagabend gegen Hannover 96 und den zeitgleichen Sieg des SV Wehen Wiesbaden beim VfL Osnabrück ist der Vorsprung des FCN auf den Relegationsplatz auf vier Punkte geschrumpft und könnte sich bis zum Ende des Spieltages noch weiter verringern.

Nichtsdestotrotz war nicht der schwache Auftritt der Mannschaft von Trainer Jens Keller nach Spielschluss das beherrschende Thema rund um die Max-Morlock-Arena. Vielmehr teilte der Club im Anschluss an die Begegnung auf seiner Webseite mit, dass im Vorfeld des Spiels in der Nähe des Stadions und auf Vereinsgebäuden zahlreiche Aufkleber mit Morddrohungen gegen zwei nicht namentlich genannte FCN-Profis, bei denen es sich laut kicker.de um Hanno Behrens und Lukas Mühl handeln soll, entdeckt.

Zusammen mit verschiedenen Fangruppierungen wurden die Aufkleber zwar schnell wieder entfernt, aber dennoch dürfte die Aktion zumindest bei den Betroffenen Spuren hinterlassen. Der Verein wird die Sache derweil nicht auf sich beruhen lassen und hat Anzeige erstattet. "Wir verurteilen diese widerliche und geschmacklose Aktion aufs Schärfste und werden alles dafür tun die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte Sportvorstand Robert Palikuca, der dafür Verständnis gezeigt hätte, "wenn diese beiden Spieler heute nicht Fußball spielen hätten wollen."

Jens Keller übt Kritik

Während Behrens die gesamten 90 Minuten absolvierte, erlitt Mühl indes bereits im Abschlusstraining eine Sehnenverletzung im Oberschenkel und fällt erst einmal aus. Weil es auch für Konstantinos Mavropanos nach seiner im letzten Heimspiel gegen Darmstadt 98 zugezogenen Beckenprellung noch nicht reichte, war die Innenverteidigung mit Georg Margreitter und Asger Sörensen alternativlos. Sörensen, der gerade eine Sperre abgesessen hatte, allerdings musste wie zuvor schon Enrico Valentini angeschlagen ausgewechselt werden. Wie schwer es beide erwischt hat, ist noch offen.

„ Wir haben uns nicht mehr so gewehrt und die Dinge nicht mehr so umgesetzt. ”
Jens Keller

Schlimmere Verletzungen würden den Freitag endgültig zu einem schwarzen Tag für den Club machen, dessen Trainer Jens Keller seine Unzufriedenheit über den Auftritt nicht verbergen wollte: "Wir haben 18 Minuten das umgesetzt, was wir uns vorgestellt hatten. Nach dem Tor hat uns dann der Mut verlassen, mir hat da die Körpersprache nicht gefallen. Wir haben uns nicht mehr so gewehrt und die Dinge nicht mehr so umgesetzt."

Nicht ausschließen konnte Keller derweil, dass die Geschehnisse vor der Begegnung Auswirkungen auf den Auftritt hatten ohne diese als Ausrede benutzen zu wollen: "Die betroffenen Spieler wussten davon und haben gesagt, dass sie spielen wollen. Ich hoffe, dass es die Spieler nicht so belastet hat, dass es am Ende zu dieser Leistung geführt hat."