1. FC Nürnberg: Jens Keller drückt die Euphoriebremse

Die Offensive tankt gegen den FC Bayern Selbstvertrauen

Jens Keller

Jens Keller will das 5:2 gegen den FC Bayern nicht überbewerten. © imago images / Zink

Vor 27.409 Zuschauern hat der 1. FC Nürnberg im ersten Testspiel in der Vorbereitung auf die Restrückrunde ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den FC Bayern München gelang dem Club ein bemerkenswerter 5:2-Sieg, der zum einen die Hoffnung nährt, den aktuellen 16. Tabellenplatz schnell hinter sich lassen zu können, der zum anderen aber auch nicht überbewertet werden sollte.

Fraglos ordentlich war der Auftritt vor der Pause, als die Mannschaft von Trainer Jens Keller einem abgesehen weitgehend in der aktuell möglichen Bestbesetzung angetretenen FC Bayern Paroli bot. Michael Frey brachte den FCN dabei nach 22 Minuten in Führung, die Alphonso Davies zwölf Minuten später zum 1:1-Pausenstand ausglich.

Nach dem Seitenwechsel, als die Bayern abgesehen von Keeper Sven Ulreich nur noch mit Nachwuchskräften antraten, drehte der Club dann aber auf und schoss durch Mikael Ishak, Adam Zrelak, Fabian Schleusener und Robin Hack eine 5:1-Führung heraus, ehe Malik Tillman mit dem zweiten Treffer für die Bayern noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. Keeper Felix Dornebusch verhinderte unterdessen per gehaltenem Elfmeter von Mickael Cuisance einen weiteren Gegentreffer.

Fünf Offensivkräfte treffen

Während im Stadion natürlich beste Stimmung herrschte, war Trainer Keller nach dem Abpfiff um eine richtige Einordnung bemüht und drückte auf der vereinseigenen Webseite die Euphoriebremse: „Wir werden das Spiel nicht zu hoch bewerten“, so der Club-Coach, der aber natürlich dennoch viel Positives mitnimmt: „In der Phase, in der wir sind, müssen wir so ein Spiel für das Selbstbewusstsein nutzen. Wenn wir unseren Plan umsetzen und als Mannschaft funktionieren, können wir es auch Bayern München schwer machen.“

Wir werden das Spiel nicht zu hoch bewerten. (Jens Keller)

Zufrieden war Keller mit dem Aufritt seiner Angreifer. „Alle Stürmer, die heute auf dem Platz gestanden sind, haben es gut gemacht“, lobte der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer, nachdem sich gleich fünf verschiedene Offensivkräfte in die Torschützenliste eintragen konnten – darunter auch der wechselwillige Ishak, der aktuell aber weiter in Nürnberg ist und im Kampf um die Plätze mitmischt.

In diesem Zusammenhang betonte Keller, dass sich vom Spiel gegen die Bayern noch keine Rückschlüsse auf die mögliche Startelf zum Auftakt am 30. Januar beim Hamburger SV ableiten lassen. „Ich wollte die Mannschaft heute durchmischen. Die Aufstellung hat nichts zu heißen“, so Keller, der aber sicherlich erfreut registriert haben dürfte, dass der Konkurrenzkampf zumindest im Moment auf hohem Niveau abläuft.