1. FC Nürnberg: Macht Hannover 96 bei Martin Bader Ernst? – Sebastian Kerk bleibt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 19.11.20 | 09:33

Beim 1. FC Nürnberg laufen in diesen Tagen die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren. Während die Bemühungen um zwei neue Außenverteidiger wohl schon weit gediehen sind, fahnden die Club-Verantwortlichen vor allem nach einer neuen Nummer eins, die Thorsten Kirschbaum heißen könnte, und nach einem großen Mittelstürmer, zu dem es bislang aber zumindest öffentlich noch keine heiße Spur gibt.

Einige offene Personalien

Gleichzeitig gilt es im vorhandenen Kader offene Personalien abzuarbeiten, wobei mit der Entscheidung gegen eine Verlängerung mit Ondrej Celustka ein erster Haken gesetzt wurde, hat der FCN bei den ebenfalls nicht mehr unbedingt benötigten, aber noch unter Vertrag stehenden Dave Bulthuis und Robert Koch das Heft des Handelns nicht in der Hand.

Anders als bei Javier Pinola, dem aber nach wie vor Bedenkzeit bezüglich des vorgelegten Einjahresvertrages eingeräumt wird. Allerdings auch nicht ewig, wie Sportvorstand Martin Bader in „Bild“ durchblicken lässt: „Pino hat jetzt seit zehn Tagen einen Vertrag von uns vorliegen, sich aber dazu noch überhaupt nicht geäußert. In dieser Woche hoffen wir von ihm oder seinem Berater möglichst auf eine Antwort, denn unsere Alternativlösungen könnten uns bald auch eine Deadline setzen.“

Sicher ist seit dem gestrigen Montag derweil der Verbleib von Sebastian Kerk. Der bis 2016 vom SC Freiburg ausgeliehene Offensivspieler wird auch in der neuen Saison das Club-Trikot tragen, weil Freiburg anders als bei Keeper Alexander Schwolow (Arminia Bielefeld) darauf verzichtet hat, von einer bis 31. Mai gültigen Rückholoption Gebrauch zu machen und Kerk schon in diesem Sommer zurückzubeordern.

Bader statt Rettig zu 96?

Unterdessen halten sich hartnäckig Spekulationen, dass die Zeit des vor allem bei den Fans alles andere als unumstrittenen Sportvorstandes Bader zu Ende gehen könnte. Der 47-Jährige, der bereits seit 2003 für den FCN tätig ist und dem gerade im letzten Jahr eine verfehlte Personalpolitik vorgeworfen wird, gilt unverändert als Kandidat bei Hannover 96, wo der bislang allmächtige Martin Kind einen starken Geschäftsführer neben sich installieren und so langsam seinen eigenen Rückzug vorbereiten möchte.

Weil sich Hannovers Wunschkandidat Andreas Rettig vergangene Woche überraschend für den FC St. Pauli entschieden hat, werden Bader laut „Kicker“ nun gute Chancen eingeräumt. Dass Bader noch vor kurzem betonte, aktuell nicht mit Hannover zu sprechen, weil er zu 96-Sportdirektor Dirk Dufner ein freundschaftliches Verhältnis pflege, spielt offenbar keine große Rolle mehr. Denn vorstellbar scheint nun auch eine Zusammenarbeit des vor wenigen Tagen bis 2016 bestätigten Dufner mit Bader, der dann weniger im sportlichen denn im finanziellen Bereich tätig würde.