1. FC Nürnberg: Neue Differenzen? – Weiler und Bader in Sachen Neuzugänge wieder uneinig?

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 19.11.20 | 09:32

Seit dem 2:0 vorige Woche gegen den SV Sandhausen, dem ersten Sieg nach zwei Punkten aus den sieben Spielen zuvor, kann der 1. FC Nürnberg endgültig für ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga planen. Während es abgesehen vom wohl nicht unverkäuflichen U19-Europameister Niklas Stark, der bei einigen Bundesligisten im Gespräch ist, keine nennenswerten Abgänge aus dem Bereich der erweiterten Stammelf geben dürfte, suchen die Club-Verantwortlichen nach den bereits feststehenden Transfers von Kevin Möhwald (Rot-Weiß Erfurt) und Tim Leibold (VfB Stuttgart II) nach weiteren Verstärkungen.

Fünf bis sechs Verstärkungen sollen noch kommen, wobei der vermutlich als Perspektivspieler gedachte und offenbar auch schon als Neuzugang klare Dominic Baumann (Dynamo Dresden) nicht in diese Kategorie fallen dürfte. Neben einem neuen Torwart sind ein bis zwei Außenverteidiger, ein Mittelfeldspieler und ein bis zwei Stürmer geplant. Während für das Tor einiges auf Thorsten Kirschbaum vom VfB Stuttgart hindeutet, wurde für den Angriff zuletzt über den finnischen Nationalstürmer Berat Sadik vom FC Thun spekuliert.

Keine einheitliche Linie bei Neuzugängen?

Maßgeblich beteiligt an den Planungen für die neue Saison ist natürlich Trainer Rene Weiler, der Ende März vom Aufsichtsrat laut „Bild“ zusammen mit dem Sportlichen Leiter Wolfgang Wolf gestärkt wurde, wohingegen Sportvorstand Martin Bader bei der Kaderzusammenstellung nunmehr weniger Einfluss haben soll.

Trotz der neu geregelten Kompetenzen gibt es nun allerdings offenbar wieder interne Differenzen. Wie das Portal „Nordbayern.de“ berichtet, soll es bei der Auswahl der Neuzugänge Unstimmigkeiten zwischen Weiler auf der einen und Bader auf der anderen Seite geben. Zumindest erahnen lässt sich eine weiterhin fehlende klare Linie in der Torwartfrage. Nachdem Bader lange Zeit hinter dem letztlich die Erwartungen nicht erfüllenden Patrick Rakovsky gestanden und für dessen Einsatz plädiert haben soll, äußerte sich der Sportvorstand Anfang April recht offensiv zu Stuttgarts Kirschbaum, der zwar eine Ausstiegsklausel besitzt, allerdings mit 750.000 Euro für einen Zweitligisten dennoch teuer wäre.

Trainer Weiler ließ nun in „Bild“ zwischen den Zeilen erkennen, nicht unbedingt so viel Geld für einen Torwart ausgeben zu wollen: „Wir werden zum Beispiel nur einen neuen Torhüter für Ablöse holen, wenn dieses Einkaufsgeld dann für einen Offensiven nicht fehlt, den wir vielleicht dringender benötigen.“