1. FC Nürnberg: Neue Ordnung im Mittelfeld

Johannes Geis nur auf der Bank

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 07.06.20 | 07:44
Patrick Erras vom 1. FC Nürnberg

Patrick Erras darf auf weitere Einsätze in der Startelf hoffen. ©Imago images/foto2press

Der ganz große Befreiungsschlag in der Tabelle, in der ein Karlsruher Sieg am heutigen Sonntag bei Erzgebirge Aue noch immer das Abrutschen auf Relegationsplatz 16 bedeuten würde, war das gestrigen 1:1 des 1. FC Nürnberg bei Arminia Bielefeld zwar nicht, aber dennoch ein Mutmacher vor den letzten vier Spieltagen.

Beim Tabellenführer verbuchte der FCN das vierte Unentschieden in Folge, das dank einer guten Vorstellung auf jeden Fall verdient war. Vielmehr wäre bei einigen guten Gelegenheiten beim Stand von 1:1 sogar ein Sieg im Bereich des Möglichen gewesen.

Anteil an der im Vergleich zum 0:0 gegen den VfL Bochum verbesserten Vorstellung hatte auch eine bemerkenswerte Änderung im zentralen Mittelfeld. Anstelle von Johannes Geis, der seit seiner Verpflichtung im Sommer nur an einem der letzten 27 Spieltage gelbgesperrt fehlte und ansonsten immer in der Startelf stand, lief Patrick Erras auf. An dessen Seite agierte zudem nicht der verletzte Fabian Nürnberger (Zerrung), sondern Hanno Behrens wurde von Trainer Jens Keller etwas defensiver aufgestellt, während die Zehner-Position von Robin Hack bekleidet wurde.

Erras mit einem Aussetzer

Diese Rochade zahlte sich schon alleine deshalb aus, weil Erras per Kopfball kurz vor der Pause den Ausgleich besorgte. Auch ansonsten hinterließ das Club-Eigengewächs abgesehen von einem zu kurz geratenen Rückpass, den Bielefelds Torjäger Fabian Klos erlief, allerdings nur an den Pfosten setzte, einen ansprechenden Eindruck.

Die Nominierung von Erras anstelle von Geis war möglicherweise auch als Zeichen von Trainer Jens Keller gedacht, dass in der jetzigen Phase andere Qualitäten gefragt sind als die fraglos vorhandene Klasse von Geis, der am Samstag komplett auf der Bank blieb, im Spielaufbau. Mit seiner nüchternen, aber effektiven Spielweise sowie seiner Kopfballstärke könnte Erras, dessen Zukunft weiterhin offen ist, auch in den nächsten Wochen noch zu einem wertvollen Faktor werden.

„ Wir glauben an uns. ”
Patrick Erras

Der 25-Jährige selbst jedenfalls war nach der Partie auf der vereinseigenen Webseite auch schon im Hinblick auf das anstehende Derby gegen Greuther Fürth optimistisch gestimmt: „Wir nehmen heute mit, dass wir gut verteidigt haben und beim Tabellenführer Chancen zum Sieg hatten. Das lässt uns zuversichtlich nach vorne blicken. Wir glauben an uns.“

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