1. FC Nürnberg: Raphael Schäfer nur noch die Nummer drei – Probleme mit Valerien Ismael?

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 29.09.14 | 06:29

Einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung mit Neuwahlen von Teilen des Aufsichtsrates befindet sich der 1. FC Nürnberg in einer extrem angespannten Situation. Durch die Ergebnisse vom Wochenende ist der Club sogar auf Rang 17 abgerutscht und im Moment weit vom im Sommer ausgegebenen Ziel „sofortiger Wiederaufstieg“ entfernt.

Trainer Valerien Ismael hat den Aufstieg öffentlich sogar bereits abgehakt und scheint nun die langfristigen Planungen zu forcieren. In diesen spielt Raphael Schäfer mit seinen mittlerweile 35 Jahren naturgemäß nicht mehr die ganz große Rolle, aber dass der langjährige Stammkeeper und Ex-Kapitän schon heute gegen den 1. FC Kaiserslautern gar nicht mehr zum Kader gehört, überrascht dann doch. Wie „Kicker“ und „Nürnberger Nachrichten“ übereinstimmend berichten, setzt Coach Ismael ab sofort auf Patrik Rakovsky im Tor und der von Hannover 96 ausgeliehene Samuel Radlinger soll als Ersatzkeeper auf der Bank sitzen.

Sportvorstand Martin Bader bestätigte die Personalie im „Kicker“: „Der Trainer ist am nächsten dran am Kader, er weiß am besten, von welcher Konstellation er sich den größtmöglichen Erfolg verspricht, und er hat sich für Rakovsky im Tor und Radlinger auf der Bank entschieden. Entscheidend wird sein, dass wir am Montag vom ersten bis zum 18. Spieler eine Mannschaft haben, die sich auch nach Rückschlägen gegenseitig emotional so pusht, dass sie noch einmal zurückkommen kann.“

Spekuliert wird über ein angespanntes Verhältnis zwischen Schäfer und Ismael, was Bader so aber nicht bestätigen will. Stattdessen begründet der Sportvorstand, der während und nach der Mitgliederversammlung nach seinen zunächst verworfenen Rücktrittsplänen wieder in den Blickpunkt rücken könnte, die Maßnahme mit der bereits beginnenden Zukunftsplanung: „Es geht dem Trainer darum, die Spieler zu stärken, die er für sich und den Verein emotionalisieren kann. Spieler wie Pat Rakovsky oder auch Niklas Stark stehen für die Zukunft des 1. FC Nürnberg, sie müssen jetzt unser Vertrauen spüren. Irgendwann muss es einen Generationswechsel geben; bei uns findet er nun eben früher als geplant statt.“

Auch wenn Schäfer nie der große Publikumsliebling war, sorgt die Personalie für große Brisanz. Geht es heute gegen Lautern wieder schief und macht Rakovsky dabei keine gute Figur, dürfte den Verantwortlichen noch mehr Gegenwind ins Gesicht blasen als ohnehin schon.