1. FC Nürnberg Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Sonntag, 30.08.2020 | 17:30
Robin Hack soll über die Flügel für Tempo sorgen.

Im Vorjahr einer der wenigen Lichtblicke in Nürnberg: Robin Hack. ©imago images/Zink

Als Bundesliga-Absteiger gehörte der 1. FC Nürnberg im Vorjahr zu den Favoriten auf den Aufstieg. Es kam bekanntlich anders, der Club taumelte durch die 2. Liga, verschliss zwei Trainer und verhinderte erst in (wortwörtlich) letzter Minute, direkt in die 3. Liga durchgereicht zu werden. Folglich wurde in diesem Sommer der Reset-Knopf gedrückt.

Dieter Hecking kehrte als Sport-Vorstand an seine alte Wirkungsstätte zurück, mit Robert Klauß wurde auf dem Trainerstuhl ebenfalls reagiert. Unter dem Duo will Nürnberg wieder oben angreifen. Wie die Chancen auf Erfolg stehen und wo wir den Club nach der Saison 2020/21 erwarten, verrät unser Teamcheck.

Kader & Transfers

Zehn Spieler ließ der 1. FC Nürnberg bislang ziehen, wirkliche Lücken entstehen dadurch aber so gut wie gar nicht. Patrick Erras hätten die Verantwortlichen zwar gerne gehalten, der Abräumer entschied sich aber gegen eine Vertragsverlängerung und für einen ablösefreien Wechsel nach Bremen.

Mit Rückkehrer Simon Rhein, der bei Leihklub Würzburg überzeugte, und dem aus Leipzig geliehenen Tom Krauß ist für das defensive Mittelfeld aber Talent hinzugekommen. Routine und vor allem Torgefahr haben sich den Mittelfranken hingegen in Person von Manuel Schäffler angeschlossen, der getrost als Königstransfer bezeichnet werden darf.

19 -Mal traf der baumlange Angreifer im Vorjahr, womit ihm zuzutrauen ist, im Alleingang die Ausbeute der abgewanderten Mikael Ishak (1 Tor), Törles Knöll (2) und Michael Frey (4) zu übertreffen. Damit der 31-Jährige auch mit Zuspielen versorgt wird, griffen Hecking & Co. beim FC Bayern zu.

Aus dessen zweiter Mannschaft wurde Sarpreet Singh für die kommende Spielzeit geliehen. Der Neuseeländer machte mit sieben Treffern und ebenso vielen Vorlagen in 22 Drittliga-Partien auf sich aufmerksam, in Nürnberg soll er nun auch eine Klasse höher seinen Zug zum Tor entfalten.

Apropos Tor: Nachdem im Vorjahr das Verletzungspech zwischen den Pfosten zuschlug, stellt sich der Club auch hier – zumindest vorübergehend – neu auf. Ebenfalls aus der Münchner Zweitvertretung wechselte Christian Früchtl auf Leihbasis nach Nürnberg, um die bisherige Nummer Eins Christian Mathenia unter Druck zu setzen.

Die aktuelle Form

Mit einem 1:0-Erfolg über Regensburg startete Nürnberg mit einem Erfolgserlebnis in die Vorbereitung. Es folgte ein 1:2 gegen Augsburg, ehe der Club mit einem 5:2 über Hoffenheim für ein Ausrufezeichen sorgte. Im Spiel gegen den Ball und bei dessen Eroberung bewies der FCN dabei schon eine ansprechende Frühform.

Trainer Klauß zeigte sich mit den bislang gebotenen Darbietungen zufrieden, machte zudem eine Steigerung bei seiner Mannschaft aus. Noch ein wenig das Manko und daher auch in den kommenden Trainingseinheiten ein Schwerpunkt wird die Spieleröffnung sein.

Stärken & Schwächen

Lediglich 45 Tore konnte die Nürnberger Offensive in der Vorsaison erzielen – nur drei andere Teams trafen noch seltener. Diese Ausbeute hoffen die Verantwortlichen mit Schäffler deutlich nach oben schrauben zu können. Der Neuzugang bewies zudem bei Wehen Wiesbaden, dass er mit dem Druck umgehen kann, die offensive Lebensversicherung seiner Mannschaft zu sein.

Andere Akteure, zum Beispiel der im Vorjahr unter den Erwartungen gebliebene Nikola Dovedan, dürften so befreiter aufspielen und ihrerseits weniger Druck verspüren. Die Anspannung bei den weniger im Fokus stehenden Spielern hochzuhalten ist unterdessen Aufgabe von Robert Klauß, der erstmals als Cheftrainer einer Profi-Mannschaft tätig ist und dem dadurch die Zeit für einen Lernprozess eingeräumt werden muss.

Ein Stolperstein könnte für ihn das traditionell unruhige Umfeld und die Erwartungshaltung in Nürnberg werden. Bekanntlich riss der Geduldsfaden bei ausbleibendem sportlichen Erfolg in der jüngeren Vergangenheit schnell, was im Vorjahr zwei Trainer den Job kostete. Ob und wie Dieter Hecking der Wechsel vom Trainer- auf den Vorstandsstuhl gelingt, bleibt ebenfalls abzuwarten.

Robert Klauß (r.) und Julian Nagelsmann.

Aus Leipzig nach Nürnberg: Robert Klauß (r.). ©imago images/Contrast

Der Trainer

Auch wenn Robert Klauß erst 35 Jahre alt ist, kann der gebürtige Eberswalder bereits auf rund zehn Jahre Erfahrung im Trainerjob verweisen. Die verbrachte er im Nachwuchs von RB Leipzig, die vergangenen beiden Spielzeiten assistierte er Julian Nagelsmann als Co-Trainer. Die Vergleiche mit dem RB-Coach kommen dabei nicht von ungefähr.

Die Verantwortung ist aber nun eine andere, mit dem Amtsantritt in Nürnberg wird aus dem einstigen Assistenten nun der Chef. Klauß steht jetzt mehr im Rampenlicht und muss den Beweis erbringen, diese Rolle auch ausfüllen zu können. Mit seiner Reaktion auf die Avancen des 1. FC Köln in Richtung Robin Hack bewies er allerdings, sich auch behaupten zu können.

Fußballerisch ist Nürnberg in Zukunft zwar nicht als Leipzig 2.0 zu erwarten, der Trend zu einem schnellen Umschaltspiel und hoher Intensität war aber bereits in den ersten Testspielen sichtbar.

Die mögliche Startelf

Fazit & Prognose

Ein neues Führungsduo, eine neue Spielidee und gezielte Verstärkungen: Der 1. FC Nürnberg hat sich in diesem Sommer neu aufgestellt und will die desaströse Saison 2020/21 vergessen machen. Die Eindrücke aus den Testspielen machen Hoffnung, dass die Mittelfranken auf dem richtigen Weg sind: Der Club wird um den Aufstieg mitspielen.

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