1. FC Nürnberg: Trainerwechsel schon verpufft?

Nur ein Punkt aus den drei Spielen nach Damir Canadi

Jens Keller

Erste Niederlage im ersten Heimspiel als Club-Trainer: Jens Keller. © imago images / Zink

Nach 15 Spielen auf dem Relegationsplatz zu stehen, hätte man beim 1. FC Nürnberg vor dem Saisonstart vermutlich unterschrieben – allerdings gingen die Gedanken beim Bundesliga-Absteiger im Sommer sicherlich nicht an Rang 16, sondern eher an den dritten Platz. Nun aber findet sich der Club drei Spieltage vor Weihnachten tief im Tabellenkeller wieder und es scheint so, als wäre auch der Effekt des vor vier Wochen vollzogenen Trainerwechsels bereits verpufft.

Unter Interimstrainer Marek Mintal kassierte der FCN eine herbe 1:5-Niederlage gegen Arminia Bielefeld und aus den beiden Partien unter dem neuen Chefcoach Jens Keller reichte es bei Greuther Fürth (0:0) und nun gegen den SV Wehen Wiesbaden (0:2) nur zu einem mageren Pünktchen. Vor allem die Art und Weise, wie sich die Nürnberger Mannschaft am gestrigen Samstag gegen den als Schlusslicht angereisten SVWW präsentierte, muss jedem Club-Fan Angst und Bange werden lassen.

Spieler stehen in der Pflicht

Während Keller nun schnell den richtigen Ansatz finden muss, um eine defensiv nach wie vor anfällige und offensiv über weite Strecken inspiriationslose Mannschaft in die Spur zu führen, sind nun vor allem auch die Spieler gefordert.

Längst kein Geheimnis mehr ist es, dass die Trennung von Damir Canadi auch deshalb erfolgte, weil der österreichische Trainer kaum noch Rückhalt in der Mannschaft hatte. Nach dem Remis in Fürth etwa lobte Lukas Mühl die ersten Trainingseinheiten unter Jens Keller und platzierte zugleich via kicker.de einen Seitenhieb auf Ex-Coach Canadi: „Ich als Defensiver brauche einen klaren Plan mit dem alle Elf wissen, was zu tun ist. Das war in der Vergangenheit nicht so deutlich.“

Das Trainer-Alibi ist für die Club-Profis nun aber keines mehr. Stattdessen müssen aus den drei verbleibenden Spielen im Jahr 2019 Punkte her, soll an Weihnachten nicht der Baum brennen. Die nächste Aufgabe beim VfB Stuttgart stellt sich indes alles andere als einfach dar. In den folgenden Heimspielen gegen Holstein Kiel und Dynamo Dresden zählt es dann aber definitiv.

Auch für Trainer Keller, dem noch der Makel anhaftet, vergangene Saison beim FC Ingolstadt mit der Mission, eine für den Abstiegskampf als zu gut eingestufte Mannschaft aus dem Tabellenkeller zu führen, gescheitert zu sein. Ohne Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen, wäre für den 49 Jahre alten Fußball-Lehrer ebenso fatal wie für die Stimmung im Umfeld.