1. FC Nürnberg: Zwei Schlüsselspiele stehen an

Befreiungsschlag erneut verpasst

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 23.05.20 | 07:01
Jens Keller

Nicht zufrieden mit dem Punkt gegen Aue: Jens Keller. © imago images / Zink

Die Hoffnung, sich nach dem enttäuschenden Re-Start beim FC St. Pauli (0:1) im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue mit drei Punkten etwas Luft nach unten zu verschaffen, hat sich für den 1. FC Nürnberg nicht erfüllt. Wie schon am Millerntor erspielte sich der Club zwar auch gegen Aue einige sehr gute Torchancen, war aber auf ein Eigentor von Aues Routinier Sören Gonther angewiesen, damit am Ende zumindest noch ein 1:1 stand.

„ Ich will nicht mehr von Pech reden. ”
Jens Keller

Trainer Jens Keller war zwar einverstanden mit der Einstellung seiner Schützlinge, haderte aber mit der Art und Weise, wie Aue kurz nach der Pause auch dank der Passivität der gesamten Club-Defensive zum Führungstreffer kam: „Die Mannschaft hat weiter Moral gezeigt, alles investiert. Aber vor allem das Gegentor ärgert mich und deshalb bin ich mit dem Punkt auch nicht zufrieden“, so Keller auf der vereinseigenen Webseite, der gegenüber dem Kicker indes auch deutlich machte, dass sich der Umgang mit den vorhandenen Torchancen ändern müsse: „Ich will nicht mehr von Pech reden: Die Torchancen müssen wir machen.“

Der Relegationsplatz droht

Besonders Hanno Behrens, der einmal freistehend an Aues Keeper Martin Männel und ein weiteres Mal am Aluminium scheiterte sowie Robin Hack mit einem zu unplatzierten Kopfball aus bester Position ließen hervorragende Gelegenheiten liegen.

Kapitän Behrens war nach der Partie auch nicht um Ausreden bemüht und unterstrich den Ernst der Lage: „Wir sind in einer ernsten Situation, das weiß jeder. Wir müssen schnell Punkte holen. Die Leistungen sind in Ordnung, aber es fehlen die Punkte.“

Sollte der SV Sandhausen heute gegen Jahn Regensburg nicht verlieren und der Karlsruher SC am morgigen Sonntag den VfL Bochum bezwingen, würde der FCN auf Relegationsplatz 16 abrutschen. Doch auch, wenn die Konkurrenz die Gunst der Stunde nicht nutzt, ist der Druck auf Nürnberg groß. Insbesondere auch deshalb, weil es das Restprogramm unter anderem mit Spielen bei Arminia Bielefeld und gegen den VfB Stuttgart in sich hat.

Die anstehenden Duelle am Dienstag bei Jahn Regensburg und danach am Samstag gegen Bochum, die beide tabellarisch knapp vor dem Club, aber in Schlagdistanz liegen, haben daher große Bedeutung. Gelingt es in diesen Schlüsselspielen nicht, mehrfach zu punkten, ginge das Zittern am Valznerweiher wohl richtig los.