1860 München: Der Saison-Rückblick 2016/17

Was war gut, was war schlecht?

Spieler des TSV 1860 München mit hängenden Köpfen

Die Löwen sind abgestiegen – doch wie geht es jetzt weiter? ©Imago/Sven Simon

Quo vadis, 1860 München? Nach einer abermals verkorksten Saison mussten die Löwen in die Abstiegs-Relegation gegen Regensburg. Dort war der TSV in beiden Spielen die klar schlechtere Mannschaft und muss nun den bitteren Gang nach unten antreten.

Liga-Zwei.de blickt auf die Saison der Münchner Löwen zurück & sagt, was gut und was schlecht war.

Was war gut?
Statistisch gesehen gehörte 1860 in dieser Saison zur Spitzengruppe. Im Schnitt 13,8 Torschüsse pro Partie sind der fünftbeste Wert der Liga. Auch in Sachen Passgenauigkeit und gewonnene Kopfballduelle liegen die Münchner ligaweit auf Platz fünf.

Was war schlecht?
Die guten Statistiken halfen den Löwen nicht weiter. Vor allem spielerisch hakte es in dieser Saison beim Pereira-Team. Lediglich 13 Tore aus dem Spiel heraus erzielten die Löwen, nur Tabellenschlusslicht Karlsruhe war noch schlechter. In den Relegationsspielen fiel vor allem die mangelnde Einsatzbereitschaft auf.

Wer hat überrascht?
Abdoulaye Ba kam im Winter zur Leihe vom FC Porto. Der 26-jährige war in der Rückrunde einer der wenigen Spieler, die unbedingten Siegeswillen und Einsatzbereitschaft zeigten. Auch spielerisch bereicherte er die Münchner Löwen, bestach vor allem durch sein kluges Stellungsspiel und war in Kopfballduellen kaum zu schlagen.

Wer hat enttäuscht?
Für geschätzte 2,5 Millionen Euro wurde Ribamar aus Brasilien verpflichtet. Das Sturm-Talent sollte langsam an die Mannschaft herangeführt werden, um dann für die nötigen Tore zu sorgen. In der Hinrunde absolvierte der 20-jährige aufgrund Verletzungen und Trainingsrückstands kein Spiel. Nach der Winterpause schaffte er es nicht in den Kader, hatte ganze 41 Einsatzminuten.

Wie haben sich die Neuen geschlagen?
Ein Grund für den Abstieg der Löwen war die amateurhafte Transferpolitik. Spieler, die im Sommer geholt wurden und in der Hinrunde noch relativ konstant gute Leistungen gezeigt haben, wie Torhüter Jan Zimmermann, Fanol Perdedaj, Levent Aycicek und Karim Matmour wurden zur Rückrunde überwiegend ausgemustert.

Sebastian Boenisch war am Anfang und gegen Ende der Saison verletzt, zeigte aber im mittleren Saisondrittel gute Leistungen in der Innenverteidigung. Ivica Olic rackerte bei seinen Einsätzen unermüdlich. Auch wenn der 37-jährige nicht mehr die Frische vergangener Tage besaß, war er dennoch eine Bereicherung für den TSV.

Im Winter kam der neue Trainer Pereira und mit ihm Gytkjaer, Amilton, Lumor, Ba und Goya, von denen einzig Abdoulaye Ba überzeugte.  Gytkjaer und Amilton sollten in der Offensive für mehr Torgefahr sorgen. Nur zwei Tore erzielte der Isländer Gytkjaer, Amiltons Schüsse fanden nie den Weg ins gegnerische Tor.

Wie geht´s jetzt weiter?
Das ist noch völlig offen. Unabhängig von der Liga wird es aber einen großen Umbruch bei den Löwen geben. Geschäftsführer Ian Ayre ist schon weg, genau wie Präsident Peter Cassalette und Trainer Vitor Pereira.

Auch vom derzeitigen Kader werden wohl nicht viele übrig bleiben. Mit Kai Bülow steht bereits der erste Transfer fest: Er wechselt nach Karlsruhe. Spieler wie Aigner und Gytkjaer sind durch den Abstieg vertragslos.