2. Bundesliga: Die Erkenntnisse des 1. Spieltags

Unsere Analyse zum Saisonauftakt

Autor: Christian Slotta Veröffentlicht: Mittwoch, 10.08.16 | 08:15
Ivica Olic im Zweikampf mit Fürths Khaled Narey.

Der Saisonauftakt ging für 1860 München daneben, daran konnte auch Ivica Olic (Mitte) nichts ändern. ©Imago

Endlich rollt der Ball wieder im Fußball-Unterhaus, der 1. Spieltag wurde am Montagabend mit dem 2:1-Sieg von Absteiger VfB Stuttgart gegen den FC St. Pauli abgeschlossen. Was haben wir aus dem ersten Wochenende der neuen Saison gelernt? Hier sind 3 Erkenntnisse zum Saisonauftakt der 2. Bundesliga!

Hannovers Angriff ist wirklich beeindruckend

Schon vor dem Start der Spielzeit war klar, dass die Offensive von Hannover 96 in dieser Spielklasse zur Creme de la Creme gehören würde. Als ob es dafür noch einen Beweis gebraucht hätte, schossen die „Roten“ im Eröffnungsspiel am Freitagabend den 1. FC Kaiserslautern mit 4:0 ab – und das auswärts auf dem legendären Betzenberg!

H96 überzeugte vor allem mit seiner Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Über weite Strecken waren die „Roten Teufel“ nämlich nicht schlechter als die Niedersachsen, allerdings vergaßen die Gastgeber das Toreschießen. Im Gegensatz zu Hannover, bei denen vor allem Artur Sobiech mit zwei Treffern und einer Vorlage seine Klasse unter Beweis stellte. Wenn man bedenkt, dass die Neueinkäufe der 96er – Niclas Füllkrug und Martin Harnik – noch gar nicht oder nur kurz zum Einsatz kamen, dann können sich die kommenden Gegner des Absteigers schon mal warm anziehen.

Geld schießt offenbar doch keine Tore

Der TSV 1860 München hat sich für die neue Saison viel vorgenommen, das erkennt man schon an den Transfers des Sommers. Der neue Sportchef Thomas Eichin hat ordentlich eingekauft und gab rund 6 Millionen € für Torwart Jan Zimmermann, den serbischen Rechtsverteidiger Filip Stojkovic, den erst 19-Jährigen Stürmer Ribamar und Rückkehrer Stefan Aigner aus. Zusätzlich kamen ablösefreie Routiniers wie Ivica Olic und Karim Matmour, die sicher auch nicht so ganz schlecht verdienen dürften.

Genutzt hat es – zumindest am 1. Spieltag – noch nichts. Die „Löwen“ verloren das bayerische Derby mit 0:1 bei der SpVgg. Greuther Fürth und waren damit noch gut bedient, denn die Franken hatten die deutlich besseren Torchancen. 1860 ließ dagegen vor allem die Kreativität im Herausspielen von Möglichkeiten vermissen. Es sieht so aus, als hätte der neue Trainer Kosta Runjaic noch viel Arbeit vor sich.

Mehr Spannung durch längere Nachspielzeit

Viele Trainer haben sich darüber beschwert, dass Gelbe Karten wegen Zeitverzögerung nichts bringen. Stattdessen sollten die Referees lieber noch genauer darauf achten, wie viel Zeit beispielsweise bei einem verzögerten Abstoß des Torwarts verloren geht und diese dann effektiv nachspielen lassen. Deshalb sind die Schiedsrichter vom DFB dazu angehalten worden, in der neuen Saison – wenn erforderlich – eine längere Nachspielzeit laufen zu lassen als bisher.

Am 1. Spieltag machte Schiedsrichter Tobias Welz genau das, zum Leidwesen des 1. FC Nürnberg. Bis zur 94. Minute führte der „Club“ beim Aufsteiger Dynamo Dresden, bevor Pascal Testroet doch noch den Ausgleich für die SGD erzielen konnte. Nachvollziehbar war die 5-minütige Nachspielzeit für Spieler und Verantwortliche des FCN nicht, gerade Torwart Raphael Schäfer regte sich anschließend fürchterlich auf. Fakt ist aber, dass durch die neue Maßnahme deutlich mehr Spannung ins Spiel kommt – mal sehen, ob wir bald englische Verhältnisse haben: In der Premier League ist eine Nachspielzeit von 5 Minuten eher die Regel als die Ausnahme.