2. Bundesliga: Die Erkenntnisse des 10. Spieltags

Unsere Analyse zum Wochenende

Robin Himmelmann fliegt vergeblich.

Musste sich schon mehrfach vergeblich strecken: St. Paulis Torwart Robin Himmelmann. ©Imago

Der 10. Spieltag hatte die nächste Trainerentlassung zur Folge: Bielefelds Rüdiger Rehm musste nach dem 0:4 in Düsseldorf seine Koffer packen. Selbstverständlich war das aber nicht das einzige interessante Thema am vergangenen Wochenende – lest im Folgenden unsere Erkenntnisse des Spieltags!

FC St. Pauli: Es geht nicht mehr ohne Gegentor

Auf dem Kiez hätte man sich ebenso den Rauswurf des Trainers vorstellen können. Doch wenn man den Aussagen von Sportchef Thomas Meggle Glauben schenken darf, dann steht Coach Ewald Lienen momentan keineswegs zur Diskussion. Vielmehr seien es die Spieler, die endlich einmal Leistung bringen müssen.

Vor allem in der Abwehr haben die Männer vom Millerntor ein ernsthaftes Problem: Seit inzwischen 14 Zweitliga-Spielen hat es die Mannschaft nicht mehr geschafft, den eigenen Kasten sauber zu halten – zum bislang letzten Mal gelang das am 30. Spieltag der Vorsaison, als St. Pauli mit 2:0 gegen Bochum gewann.

Wir hätten jedes beschissene Tor verhindern können. (Ewald Lienen)

Möglicherweise hilft ja die aufsehenerregende Wutrede von Lienen. In der Pressekonferenz am Montagnachmittag versuchte er seine Spieler mit diesen Worten aufzuwecken: „Wir hätten jedes Tor – jedes beschissene Tor – das wir in den letzten Wochen und Monaten gekriegt haben, verhindern können, wenn noch einer und noch einer und noch einer den Willen aufgebracht hätte, noch mehr nach hinten zu laufen.”

SpVgg. Greuther Fürth: Dummheit wird bestraft

Normalerweise steht in keinem Regelbuch, das Spieler wegen Dummheit vom Platz gestellt werden können. Indirekt ist das aber durchaus möglich, Fürths Sercan Sararer lieferte am Wochenende den eindeutigen Beweis dafür: Nach 29 Minuten erwies der Offensiv-Mann den „Kleeblättern“ einen Bärendienst, indem er wegen einer Unsportlichkeit vom Platz flog. Zu diesem Zeitpunkt hatte es in Braunschweig noch 0:0 gestanden, am Ende gewann die Eintracht mit 1:0.

Vor allem der Grund für die Hinausstellung Sararers wird den Verantwortlichen am Ronhof gar nicht gefallen haben: Nur acht Minuten, nachdem er Gelb gesehen hatte, nietete der 26-Jährige nach einem Pfiff des Schiedsrichters die Eckfahne um. Die zweite Gelbe Karte und der damit einhergehende Platzverweis waren zwar hart, regeltechnisch aber wohl in Ordnung.

Es war eine dumme Aktion von mir. (Sercan Sararer)

Immerhin zeigte sich Sararer nach dem Spiel einsichtig. Auf nordbayern.de sagte er: „Wir haben uns alle viel vorgenommen, und das war eine dumme Aktion von mir, bei der ich mich von meinen Emotionen habe leiten lassen, das tut mir von ganzem Herzen leid. (…) Ich habe mich bei der Mannschaft schon entschuldigt und sie hat es auch angenommen.“ 

Würzburger Kickers: Smartphones reichen nicht als Flutlicht-Ersatz

Gut, diese Erkenntnis hätte wohl keines Beweises bedurft. Trotzdem soll die Aktion der FWK-Fans in der Halbzeitpause des Spiels gegen den Karlsruher SC (0:2) hier nicht unerwähnt bleiben, denn sie hat das Potenzial zur vielleicht lustigsten Fan-Aktion des Jahres.

Was war passiert? In der Halbzeit streikte das Flutlicht im Würzburger Stadion, sodass Schiedsrichter Robert Kempter die Pause außerplanmäßig um eine Viertelstunde verlängern musste. Dabei haben die Kickers-Fans alles getan, was in ihrer Macht stand: Mit ihren Smartphone-Taschenlampen versuchten sie, ausreichend Licht auf den Platz zu bringen. Geholfen hat es zwar nicht, aber einen Versuch war es auf alle Fälle wert.