2. Bundesliga: Die Erkenntnisse des 4. Spieltags

Unsere Analyse zum Wochenende

Autor: Dennis Keller Veröffentlicht: Mittwoch, 14.09.16 | 13:07
Jubel beim FC St. Pauli.

Es geht also doch noch: Die Kicker vom FC St. Pauli durften sich am Samstag über ihren 1. Saisonsieg freuen. ©Imago

Der erste Spieltag nach der Länderspielpause bot wieder einmal reichlich Diskussionsstoff. Wie immer haben wir die Partien des Wochenendes noch einmal unter die Lupe genommen: Lest hier, welche Erkenntnisse wir aus dem 4. Spieltag der 2. Bundesliga gezogen haben!

FC St. Pauli: Die Krise ist beendet

Wirkliche Unruhe ist rund um das Millerntor trotz der drei Niederlagen zum Saisonstart nicht aufgekommen, dennoch hat sich der eine oder andere schon ein paar Sorgen um den FC St. Pauli gemacht. Schließlich waren die spielerischen Leistungen und vor allem die Chancenauswertung bislang nicht überzeugend. Letzteres konnte man auch am Samstag noch bemängeln, dafür stimmten aber Leistung und vor allem das Ergebnis. Mit 2:1 besiegten die „Kiezkicker“ Arminia Bielefeld, den erlösenden Siegtreffer erzielte Neuzugang Cenk Sahin erst kurz vor dem Ende.

„ Das wollen die Fans sehen. ”
Lasse Sobiech

Umso lauter war natürlich der Gefühlsausbruch der Fans und Spieler.  Das war auch dem gegen Bielefeld zurückgekehrten Abwehrchef Lasse Sobiech aufgefallen, er sagte im Hamburger Abendblatt„Das sind die Spiele, die wir so gerne gewinnen. Das wollen die Fans sehen. Es sind riesige Gefühle, wenn wir nach dem Siegtor alle aufeinander springen.“ 

Jetzt muss die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen auf diesen Erfolg aufbauen. Allerdings muss das wohl vorerst ohne Kapitän Sören Gonther geschehen: Der Innenverteidiger zog sich gegen Bielefeld schon nach wenigen Minuten eine Knieverletzung zu. Freud und Leid liegen manchmal sehr nahe beieinander.

Union Berlin: Who the f… is Bobby Wood?

Vor der Saison hatten sich einige Experten schon Sorgen um die Offensiv-Abteilung von Union Berlin gemacht. Im Prinzip war das logisch, denn mit Bobby Wood hat der erfolgreichste Stürmer der vergangenen Spielzeit (17 Tore) die „Eisernen“ in Richtung HSV verlassen. Als Ersatz kam Philipp Hosiner, der in der jüngeren Vergangenheit kaum überzeugen konnte. Und als sich der Neue auch noch verletzte, stellten sich viele die Frage: Wer soll jetzt die Tore schießen?

Die Antwort heißt: Collin Quaner. Der 25-Jährige ist auf dem besten Weg, Bobby Wood vergessen zu machen. Seitdem Quaner als Hosiner-Ersatz in der Startelf der Berliner steht, hat er fünf Tore geschossen – zwei davon am vergangenen Samstag beim 4:0 über den Karlsruher SC. Das ist insofern bemerkenswert, als dass Quaner in der vergangenen Saison kaum einen Fuß auf den Boden bekommen hat und nur einen Treffer erzielte.

Aber nicht nur Quaner, sondern auch seine Teamkollegen sind in Torlaune. Die „Eisernen“ erzielten gegen den KSC schon zum 2. Mal in Folge 4 Treffer. Neben Quaner tut sich aktuell besonders Steven Skrzybski hervor: Er trug sich bereits 3-mal in die Torschützenliste ein und legte zudem 3 Treffer auf.

Dresden & Würzburg: Die Aufsteiger drehen auf

Zum Schluss muss noch ein kurzer Blick auf die starken Aufsteiger erlaubt sein. Vor allem Dynamo Dresden rockt momentan die 2. Liga: Die SGD hat bislang noch kein einziges Spiel verloren, gewann am Sonntag sogar bei Absteiger Hannover 96Und das völlig verdient und mit zwei absoluten Traumtoren: Erst zirkelte Marvin Stefaniak einen Freistoß frech ins kurze Eck, dann hämmerte Florian Ballas einen Volleyschuss von der Sechzehner-Kante in die Kiste. In der Form müssen die Dresdner womöglich bald ihre Saisonziele nach oben korrigieren.

Im Schatten von Dynamo haben sich auch die Würzburger Kickers in Richtung Tabellenspitze geschlichen. Der etwas überraschende 2:0-Erfolg gegen den VfL Bochum war der zweite Sieg in Folge. Insgesamt weiß der FWK weiterhin mit seiner Abwehrstärke zu überzeugen – das war auch schon beim Aufstieg in der vergangenen Spielzeit das Erfolgsrezept. Mit dem Franken-Derby in Fürth und den beiden anschließenden Partien gegen Union Berlin und Dresden warten jetzt aber weitere schwere Aufgaben auf Würzburg, sodass es schwierig wird, die Erfolgsserie fortzusetzen.