Aus der Patsche: Hinrundenrückblick Teil 1

"Ingolstadt endet wie ein Zäpfchen."

Autor: Nico Patschinski Veröffentlicht: Mittwoch, 19.12.2018 | 15:00
Nico Patschinski ist Kolumnist bei Liga-Zwei.de

Nico Patschinski hält nichts von frühen Trainerwechseln. ©Imago/Baering

Hallo Fußballfreunde,

die Hinrunde ist beendet und Weihnachten steht vor der Tür. Das ist der richtige Moment, um mal zurückzublicken auf die bisherige Saison und die Highlights, aber auch Überraschungen Revue passieren zu lassen. Ihr wisst ja, ich quatsche gerne viel, darum reicht es glatt für zwei Ausgaben Eurer Lieblingskolumne.

„ Konstant im Keller, aber konstant über dem Strich. ”
über Aues Hinrunde

Los geht’s mit meinem Ex-Verein Greuther Fürth. Das Kleeblatt ist letzte Saison mit viel Glück dringeblieben. Der Klassenerhalt scheint im Sommer eine Euphorie ausgelöst zu haben und sie sind richtig gut gestartet. Dann ging ihnen aber schneller die Luft aus als dem Männergesangsverein vom Altenheim Wanne-Eickel.

Bochum ist da ganz ähnlich. Ich habe sie am Anfang richtig stark gesehen, jetzt scheinen ihnen die Körner zu fehlen. Ich finde es aber gut, dass der Trainer immer unaufgeregt bleibt. Nächste Saison traue ich ihnen einiges zu, auch wenn es momentan eher nach Mittelmaß aussieht.

Aue ist da konstanter; konstant im Keller zwar, aber nie unter dem Strich. Sie kennen es ja kaum anders, schließlich kommen sie aus der Tiefe, sie kommen aus dem Schacht! Die Leonhardts strahlen nach außen immer Ruhe aus. Der Trainer kann auch mal drei Spiele verlieren und behält das Vertrauen.

„ Ingolstadt endet wie ein Zäpfchen. ”
über die düsteren Aussichten beim FCI

Ganz anders ist es da bei Ingolstadt. Der FCI gehört definitiv zu den negativen Überraschungen. Der Kader ist so teuer, da kostet jede Freistoßmauer mehr als Donald Trumps Mexiko-Mauer. Wenn du dann gleich drei Trainer in einer Halbserie brauchst, machst du was falsch. Bei der Unruhe ist es nicht verwunderlich, wenn du unten stehst. Ich bin mir sicher, die enden diese Saison wie ein Zäpfchen: da, wo es richtig dunkel ist.

„ Gegen so eine Mannschaft wäre ich auch Torschützenkönig vor Poldi geworden. ”
über das 1:8 von Dynamo gegen Köln

Auch andernorts wurden mir die Trainer zu früh entlassen. Neuhaus stellt in Dresden die Mannschaft zusammen, trainiert jetzt Bielefeld, wo der Trainer im letzten Jahr überragend war. Walpurgis muss mit der Truppe leben, in der er gar keine Aktien hat. Mit dem 1:8 gegen Köln haben sie noch ein negatives Highlight gesetzt.

Wenn ich damals gegen so eine Mannschaft gespielt hätte, wäre ich auch noch vor Poldi Torschützenkönig geworden. Aber solche Ergebnisse sind letztlich Ausrutscher, die zwar wehtun aber meistens einmalig bleiben. Walpurgis hat den Fallschirm noch halbwegs aufbekommen. Ich denke, sie halten die Klasse.

In Sandhausen hatte sich das Präsidium sicher auch mehr vom Trainerwechsel versprochen. Es ist dasselbe Problem, wie bei Walpurgis und Dynamo. Im Winter holen sie dann alle zwei, drei neue Spieler. Wenn die sich aber verletzen, stehen sie mit den denselben Soldaten wie vorher da.

„ Eine Trefferquote wie bei der Darts-WM. ”
über Christian Becks Chancenverwertung

Von Magdeburg hatte ich mir mehr versprochen. Sie hatten natürlich schon oft Pech, haben teilweise unglücklich Punkte verloren. Bislang ist der FCM ein bisschen unter Wert durchgegangen. Christian Beck gefällt mir allerdings gut, denn für eine Mannschaft die unten steht, macht er viele Dinger. Er kriegt ja nicht so viele Chancen wie ein Terodde. Eine Trefferquote wie bei der Darts-WM!

Auch von Darmstadt habe ich mir mehr erwartet. Die Mannschaft ist vielleicht einen Tick zu alt. Wenn sie diese Saison überstehen, traue ich ihnen aber  nächstes Jahr wieder mehr zu. Schuster und Darmstadt – das passt für mich einfach.

„ Die Mannschaft passt sich der Stadt an. ”
über die graue Saison des MSV Duisburg

Unschlüssig bin ich bei Duisburg. Mit dem Wechsel zu Lieberknecht schien es erst bergauf zu gehen, jetzt läuft es überhaupt nicht mehr. Der MSV wird zur grauen Maus. Die Mannschaft passt sich der Stadt an, ohne Duisburg zu nahe treten zu wollen. Schaut man sich den Kader an, ist er auch einfach nicht besser, als der Tabellenplatz.

Das war’s mit dem ersten Teil meines Rückblicks. Morgen kümmere ich mich um die restlichen Teams!

Bis dahin könnt Ihr ja schon mal auf der Liga-Zwei.de-Facebook-Seite mitdiskutieren und Eure persönlichen High- und Lowlights mitteilen!

Bis demnächst,

Euer Patsche

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