Chapeau, Branimir Hrgota

Die besondere Leistung des 17. Spieltags

Branimir Hrgota von Greuther Fürth

Branimir Hrgota ruft in Fürth wieder Leistung ab. ©Imago images/Zink

Vielleicht ist es gar der spektakulärste Transfer des vorigen Sommers für den Beweis der zunehmenden Reputation der 2. Bundesliga. Mit Sicherheit aber – und dies lässt sich bedenkenlos konstatieren – verhilft Branimir Hrgota mit seinen Potenzialen der SpVgg. Greuther Fürth derart eindrucksvoll zu einem Mehrwert an fußballerischer Qualität, wie er in der 2. Bundesliga größer kaum hätte sein können.

Nach vier Spielzeiten bei Borussia Mönchengladbach und drei Jahren bei Eintracht Frankfurt landet niemand zwangsläufig am Ronhof. Zumal, wenn das Wettkampfalter des Hauptdarstellers bei 26 Jahren liegt und die Mehrzahl der Einsätze in Bundesliga, Europa-League und in den Auswahlteams Schwedens deutlich oberhalb der 2. Bundesliga rangiert. Und: Wenn das Titel-Portfolio mit einer U21-Europameisterschaft im gelben Trikot der Schweden und mit dem DFB-Pokalsieg der Eintracht gegen die hochfavorisierten Bayern geschmückt ist.

Doch Branimir Hrgota hat Anfang August im Kader des Adi Hütter offenbar endgültig das Gespür entwickelt, dass er als feste Größe im Eintracht-Team keine Rolle mehr spielen werde. Bei Trennungen dieser Art geht es in erster Linie darum, wie attraktiv die Eintracht ihrem Überfluss-Spieler die Vertragsauflösung gestalten mochte.

So bleiben viele Details im Verborgenen. So ist dies auch in diesem Fall, in dem weder ermittelt ist, wie groß die Investition in diesen Topspieler geraten ist, noch unter welchen Bedingungen die Greuther ihrem Glücksgriff eine Rückkehr in den großen Fußball auch wieder genehmigen müssten. Wenn es so weit käme.

Viel Erstklassiges nun im Fürther Spiel

Inmitten großer Verschwiegenheit ist allein dies Fakt: Hrogota ist seit Anfang August ein Fürther, mit einem Vertrag bis Juni 2021 und nun bereits verlässlich einer jener Spieler, die mit großen Fähigkeiten Woche für Woche viel Erstklassiges auf das Spielfeld zu transportieren in der Lage sind. Mit dem jüngsten 5:1-Triumph in Karlsruhe siegten die Fürther sogar in der Fremde und haben die Nähe zur Spitzengruppe der 2. Bundesliga auf einen Katzensprung reduzieren können.

Branimir Hrgota ist mit der Trikot-Nr. 17 aktiv, mehr noch: Darin gar stets besonders auffällig. Wer als Scout eine aktuelle sportliche Expertise über Hrgota erstellen muss, hat es nicht schwer: Ballannahme, Ballmitnahme, Torabschluss sind die Aktionen, die bei Hrgota so viel Fluss haben, dass sie wie eine einzige Bewegung aussehen.

Hrgota ist offensiv grenzenlos vielseitig beschlagen: Von rechts im Stile des großen Arjen Robben, also mit dessen Art des Dribblings, sich nach innen abzusetzen und den Ball ins hintere, linke Eck zu zielen. Auch diese Variante des An- und Auftriebs haben die Beobachter von Hrgota im Fürther Trikot bereits erlebt.

Branimir Hrgota von Greuther Fürth

Branimir Hrgota behält auch in schwierigen lagen die Ballkontrolle. Imago images/pmk

Im Zentrum der gegnerischen Brennpunkte agiert Hrgota mit den Instinkten eines Schnellschalters: Im Turbosprint über 40 Meter von halbrechts ins Zentrum stoßend, die ankommende Flanke von links immer im Blick haltend und somit geschickt erreichend. Den Ball trotz größter Bedrängnis technisch hochversiert beherrschend, die Gegner mit Körpertäuschung irritierend und blitzschnell aus der Drehung heraus den Treffer erzielend.

So geschehen zum jüngsten 1:0 – nicht nur die Scouts auf der Tribüne des Karlsruher Wildparkstadions schmunzelten vergnügt. Ein echter Hrgota: Vielseitig, schlitzohrig, entschlossen beim Torschuss.

Neue Stärke dank neuem Vertrauen

Wir wissen nicht, wohin der Weg der Fürther in dieser laufenden Spielzeit in der 2. Bundesliga noch führt. Wir wissen auch nicht, wie lange die Entscheider am Ronhof einen Branimir Hrgota in der Qualität eines Erstliga-Angreifers mit ihren eigenen Ambitionen in Einklang bringen können.

Doch Liga-Zwei.de zieht an dieser Stelle gern heran, was Hrgota in einem Gespräch bei Eintracht-TV einst als das für ihn wichtigste Argument bei die Wahl seiner Wirkungsstätte als Fußballspieler zu gelten habe: „Ich kann nur dort gut sein, wo ich mich wohl fühle, wo ich gebraucht werde und das Vertrauen des Trainers erlebe. Das Geld ist für mich nie entscheidend“, sagte Hrgota.

Das Vertrauen, auf das er damals in Frankfurt noch bauen durfte, war das Vertrauen des Nico Kovac. Bei Adi Hütter kehrte sich die Medaille. Und nun scheint Branimir Hrgota sein neu gewonnenes Vertrauen bei der Spielvereinigung Greuther Fürth in vollen Zügen zu genießen.