Darmstadt 98: Die Zahl der Legionäre nimmt weiter ab

Nur noch drei Akteure ohne deutschen Pass im Kader

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 08.08.20 | 12:35
Seung-Ho Paik

Einer von nur zwei nicht deutschsprachigen Ausländern im Kader: Seung-ho-Paik. © imago images / ZUMA Press

Mit Adrian Stanilewicz, der nach der Endrunde der Europa League von Bayer Leverkusen ans Böllenfalltor wechselt, hat Darmstadt 98 am gestrigen Freitag den dritten externen Neuzugang nach dem vom FC Bayern München ausgeliehenen Innenverteidiger Lars Lukas Mai und Angreifer Aaron Seydel (1. FSV Mainz 05) präsentiert.

Gemeinsam ist den bisherigen drei Neuen nicht nur eine Vergangenheit in der zweiten oder teilweise auch dritten Reihe eines etablierten Bundesligisten, sondern auch der deutsche Pass. Stanilewicz ist zwar als doppelter Staatsbürger aktueller U20-Auswahlspieler Polens, aber in Solingen geboren und aufgewachsen.

Dass es sich bei den bisherigen Neuzugänge um deutsche Spieler handelt, kann zwar auch Zufall sein, doch bereits seit längerem ist in Darmstadt ein verstärkter Fokus auf deutschsprachige Profis unverkennbar.

Honsak und Paik als Ausnahmen

In der bisherigen Sommertransferperiode hat sich die Anzahl der Profis ohne deutsche Papiere mit den Abgängen von Dario Dumic, Ognjen Ozegovic und Igor Berezovskyi, die alle drei erst vor einem Jahr verpflichtet bzw. zurückgeholt worden waren, wieder auf drei verringert.

Weil für Mathias Honsak als Österreicher keinerlei Sprachbarriere existiert, sind nur Victor Palsson und Seong-Ho Paik zwei Akteure im Kader, die sich innerhalb der Mannschaft nicht in ihrer Muttersprache verständigen können. Palsson freilich hatte bei seiner Verpflichtung Anfang 2019 bereits eineinhalb Jahre beim FC Zürich, also im deutschsprachigen Teil der Schweiz, hinter sich.

Markus Anfang arbeitet bevorzugt mit deutschsprachigen Profis

Der neue Trainer Markus Anfang dürfte folglich keinerlei Probleme haben, einen sprachlichen Zugang zur Mannschaft zu finden. Der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer hat schon auf seinen vergangenen Stationen bei Holstein Kiel und beim 1. FC Köln bevorzugt mit deutschsprachigen Spielern gearbeitet. In der knapp einjährigen Amtszeit von Anfang etwa verpflichtete Köln zehn Spieler. Sieben Deutsche, zwei Österreicher und mit Rückkehrer Anthony Modeste einen Franzosen, der in Deutschland und konkret in Köln schon lange zuvor seine zweite Heimat gefunden hatte.

In Darmstadt ist es nun zwar wohl keine in Stein gemeißelte Vorgabe, dass Neuzugänge Deutsch sprechen müssen, doch scheinen die negativen Erfahrungen aus der Bundesliga-Abstiegssaison 2016/17, als in einem Kader mit einer zweistelligen Anzahl an ausländischen Profis ein wenig die Geschlossenheit verloren gegangen ist, noch nachzuwirken. Dennoch ist nicht völlig ausgeschlossen, dass die Lilien in der laufenden Transferperiode auch noch Verstärkung aus dem Ausland hinzuholen.