Darmstadt 98: Eine große Chance verpasst?

Später Ausgleichstreffer verhindert die Tuchfühlung zu Platz drei

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 30.05.20 | 07:42

Felix Platte beim Elfmeter gegen Sascha Burchert

Felix Platte hatte bei seinem vergebenen Elfmeter die Vorentscheidung auf dem Fuß. © imago images / Poolfoto

Kurz vor dem Ende der Partie am Freitagabend gegen Greuther Fürth sah die Blitztabelle aus Sicht von Darmstadt 98 vielversprechend aus. Wäre es bei der 1:0-Führung geblieben, hätten die Lilien den Rückstand auf Platz drei zumindest vorübergehend auf nur noch einen Punkt verkürzt und hätten sich endgültig im Aufstiegsrennen angemeldet. Weil Fürth drei Minuten vor dem Ende noch zum Ausgleich kam, hat das Team des scheidenden Trainers Dimitrios Grammozis aber eine große Chance verpasst.

Sollten der Hamburger SV (gegen den SV Wehen Wiesbaden) und der VfB Stuttgart (bei Dynamo Dresden) am Sonntag nicht patzen, wäre es bei dann sechs Zählern Rückstand und nur noch fünf ausstehenden Partien für Darmstadt wohl nur noch schwerlich möglich, Dritter oder gar Zweiter zu werden.

Dass dieses Thema im Endspurt der Saison überhaupt aufkommt, war freilich im Herbst nicht wirklich zu erwarten. Vielmehr ging der Blick lange nach unten. Erst nachdem die Grammozis-Elf ab dem 16. Spieltag zehnmal in Folge ungeschlagen geblieben war und den verpatzten Re-Start beim Karlsruher SC (0:2) mit überzeugenden Siegen gegen den FC St. Pauli (4:0) und bei Erzgebirge Aue (3:1) gekontert hatte, nahmen die Träume am Böllenfalltor Fahrt auf.

Die Chancen zum 2:0 nicht genutzt

Ein Sieg gegen Fürth, der angesichts einiger großer Chancen beim Stand von 1:0 wie einem von Felix Platte vergebenen Strafstoß sicherlich auch möglich war, hätte zwar noch einmal für richtig Morgenluft gesorgt, doch auch so war Grammozis um eine richtige Einordnung der Englischen Woche bemüht.

„ Ein wenig Enttäuschung ist verständlich ”
Dimitrios Grammozis

"Wir nehmen den Punkt mit, die sieben Zähler aus der Woche sind zufriedenstellend", so der Lilien-Coach, der auf der vereinseigenen Webseite aber auch etwas haderte: "Nach dem heutigen Spielverlauf ist ein wenig Enttäuschung bei uns aber verständlich. Ich denke, dass wir die klareren Möglichkeiten hatten und es bei einem 2:0 noch schwerer für Fürth gewesen wäre, nochmals zurückzukommen. Neben dem Elfmeter hätten wir auch durch Stark oder Manu den zweiten Treffer machen können. So mussten wir bis zum Ende zittern und haben dann noch den Ausgleich kassiert."

Nichtsdestotrotz führt Darmstadt mit 23 Punkten aus zwölf Spielen die Tabelle der Rückrunde an. Und dass es möglich ist, den Schwung aus einer starken Rückrunde mit in die neue Saison zu nehmen, zeigt Arminia Bielefeld seit dem vergangenen Sommer eindrucksvoll. Möglicherweise gelingt den Lilien 2020/21 ähnliches. Dann allerdings mit Markus Anfang anstelle von Grammozis auf der Trainerbank.