Darmstadt 98: Keine Punkte und neue Sorgen

Patrick Herrmann verschärft die Personalsituation

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 13.12.20 | 08:04
Patrick Herrmann

Diesmal muss Patrick Herrmann (l.) gegen Fürth gesperrt passen. © imago images / Jan Hübner

Für Darmstadt 98 brachte der gestrige Samstag ein Déjà-vu mit sich. Wie in der Woche zuvor bei Fortuna Düsseldorf (2:3) kassierten die Lilien nach einer keineswegs enttäuschenden Leistung gegen den damit am Böllenfalltor weiterhin unbesiegten Hamburger SV eine späte Niederlage, für die Simon Terodde in der 87. Minute mit dem entscheidenden Treffer verantwortlich zeichnete. In Düsseldorf hatte Fortuna-Stürmer Dawid Kownacki sogar noch zwei Zeigerumdrehungen später getroffen.

Bitter war die Niederlage aus Darmstädter Sicht auch deshalb, weil Tobias Kempe nur vier Minuten nach Gelb-Rot gegen Patrick Herrmann (74.) einen sehenswerten Angriff samt Hackenablage von Erich Berko zum 1:1 genutzt hatte. In Unterzahl stemmten sich die Lilien dem überlegenen HSV entgegen und waren nahe am Punktgewinn, als das zweite Gegentor auch davon begünstigt wurde, dass Schiedsrichter Nicolas Winter  nicht intervenierte, als die Hanseaten einen Freistoß im Mittelfeld nicht am richtigen Ort ausführte.

„ Wenn es klare Regeln gibt, dann müssen sie auch eingehalten werden. ”
Tobias Kempe

„Wir sollten nicht alles auf den Schiri schieben, aber die Szene vor dem 1:2 kann ich nicht akzeptieren. Es gibt eine klare Regel im Fußball und die Schiedsrichter weisen immer darauf hin, dass der Ball dort liegen muss, wo das Foul stattgefunden hat. Und das war hier überhaupt nicht der Fall. Wenn es klare Regeln gibt, dann müssen sie auch eingehalten werden“, zeigte sich Torschütze Kempe auf der vereinseigenen Webseite verärgert und lag damit auf einer Linie mit Trainer Markus Anfang, der die Situation im Nachgang auch thematisierte: „Es macht natürlich einen Unterschied, wo der Freistoß ausgeführt wird. Dadurch, dass der Freistoß in unserer Hälfte ausgeführt wurde, waren zwei Spieler von uns überspielt. Deswegen glaube ich, dass es überprüft werden sollte, wo der Freistoß schlussendlich ausgeführt wird.“

Hoffnung auf Rapp und Schnellhardt

Anfang muss unterdessen den Blick auch schnell wieder nach vorne richten, wartet doch bereits am Dienstag das schwierige Auswärtsspiel bei Greuther Fürth. Vor der Reise nach Franken hat sich mit der Gelb-Rot-Sperre von Patrick Herrmann die ohnehin angespannte Personalsituation im Defensivbereich weiter zugespitzt. Insbesondere auf der rechten Abwehrseite, auf der neben Herrmann mit Matthias Bader (Oberschenkelzerrung) auch der zweite Spezialist wohl nicht zur Verfügung steht.

Bei den gegen den HSV fehlenden Nicolai Rapp (Wadenprobleme) und Fabian Schnellhardt (Probleme am Hüftbeuger) besteht immerhin noch Hoffnung. Dabei wäre gerade grünes Licht von Rapp wichtig, könnte in diesem Fall doch Immanuel Höhn auf die rechte Abwehrseite rücken – unabhängig davon, ob sich Anfang erneut für eine Dreier- oder die Rückkehr zur Viererkette entscheidet.