Darmstadt 98: Zu wenige Eckpfeiler?

Markus Anfang vermisst Führungsspieler auf dem Platz

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 27.11.20 | 08:25
Markus Anfang und Marcel Schuhen von Darmstadt 98

Markus Anfang (r.) erwartet mehr Führungsqualität von seinen Leistungsträgern. ©Imago images/Jan Huebner

Für Darmstadt 98 steht am heutigen Freitag eine fraglos richtungsweisende Begegnung auf dem Programm. Nach zwei klaren Niederlagen in Folge gegen den SC Paderborn (0:4) und bei Erzgebirge Aue (0:3) geht es für die Lilien gegen Eintracht Braunschweig einerseits darum, den Negativtrend zu stoppen und andererseits auch um den Anschluss nach oben, der im Falle einer weiteren Pleite erst einmal verloren wäre.

Vielmehr droht bei einer dritten Niederlage am Stück sogar der Sturz auf einen Abstiegsplatz, womit Darmstadt noch weiter als ohnehin schon hinter die internen und externen Erwartungen zurückfiele.

Zumindest für die jüngsten Niederlagen hat Trainer Markus Anfang Gründe ausgemacht. Im „kicker“ (Ausgabe 97/2020 vom 26.11.2020) machte der Lilien-Coach deutlich, dass Spieler wie Victor Palsson und Fabian Holland vor allem in ihrer Funktion als Führungskräfte nicht zu ersetzen sind: „Natürlich ist es einfacher, wenn unsere Säulen auf dem Platz stehen, dann muss der Trainer weniger eingreifen. Es fehlen Eckpfeiler, die eine gewisse Souveränität an den Tag legen und an denen sich die die Jungen in Drucksituationen aufrichten können.“

Trotz der Ausfälle gestandene Kräfte in allen Mannschaftsteilen

In Aue fehlte neben Palsson, der wegen einer Handverletzung wohl sogar bis Weihnachten ausfällt, und Holland auch noch Nicolai Rapp aufgrund einer gegen Paderborn eingehandelten Gelb-Rot-Sperre. Zumindest Rapp kehrt heute wieder ins Team zurück, während bei Kapitän Holland nach einer Corona-Infektion noch abgewartet werden muss, ob es nach wenigen Trainingseinheiten bereits für die Startelf reicht.

Bei näherer Betrachtung ist Anfangs Analyse allerdings durchaus auch bemerkenswert. Denn selbst in Abwesenheit von Palsson, Holland und Rapp stand in Aue eine Achse an erfahrenen Akteuren auf dem Feld. Von Torhüter Marcel Schuhen über Immanuel Höhn in der Innenverteidigung und Tobias Kempe im Mittelfeld bis zu Serdar Dursun im Sturm waren eigentlich in allen Mannschaftsteilen erfahrene Kräfte vorhanden, die in ihrer Karriere schon einiges erlebt haben.

Den Anspruch, den Coach Anfang an einen Leader hat, erfüllt das Quartett aber augenscheinlich nicht oder zumindest nicht in vollem Umfang. Umso größer ist wohl auch die Hoffnung, dass neben Rapp auch Holland gegen Braunschweig wieder beginnen kann.