Der halben 2. Bundesliga droht die Insolvenz

Neun Vereine ohne Fernsehgelder spätestens im Juni zahlungsunfähig

Karlsruher SC

Beim KSC sollen die Mitglieder über eine Planinsolvenz abstimmen. © imago images / Carmele TMC Fotografie

Dass viele Vereine im deutschen Profi-Fußball ein wirtschaftliches Problem bekommen würden, wenn die Saison 2019/20 aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden müsste, ist schon seit längerem kein Geheimnis mehr. Ein Bericht von kicker.de macht nun deutlich, wie schlecht es um die 36 Vereine, die aktuell der Deutschen Fußball-Liga (DFL) angehören, im Falle ausbleibender TV-Gelder stünde.

Im Rahmen der DFL-Videokonferenz am Dienstag, während der in der Hoffnung auf einen Neustart im Mai eine verlängerte Auszeit bis 30. April beschlossen wurde, waren die 36 Klubs der ersten und zweiten Bundesliga aufgefordert, ihre wirtschaftliche Zukunft für die nächsten Monate zu skizzieren, wenn die letzte Rate der Fernsehgelder für die Spielzeit 2019/20 ausbleibt.

KSC lässt Mitglieder abstimmen

Das erschreckende Ergebnis ist, dass gleich 13 Vereine spätestens Ende Juni zahlungsunfähig wären. Erwischen würde es demnach neun Zweitligisten und sieben davon sogar noch im Mai. Um welche Vereine es sich handelt, schreibt der „Kicker“ nicht. Sicherlich dazu zählt allerdings der Karlsruher SC. Die Badener haben unter der Woche Berichte über eine bevorstehende Zahlungsunfähigkeit zwar zurückgewiesen, indes unter der Voraussetzung, dass die TV-Gelder fließen.

Nun bestätigte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten aber, dass die Mitglieder in einer außerordentlichen Versammlung wohl noch Ende April über eine Planinsolvenz abstimmen sollen. In einer Privatinsolvenz läge für den KSC, aber auch für andere Vereine durchaus eine Chance, sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Denn aufgrund der schwierigen Lage hat die DFL am Dienstag auch beschlossen, denn ansonsten bei Einleitung eines Insolvenzverfahrens üblichen Abzug von neun Punkten für diese Saison auszusetzen.

Die Vielzahl der von Insolvenz bedrohten Klubs lässt unterdessen erkennen, warum die DFL und die Vereine die Saison unbedingt zu Ende bringen wollen, gegebenenfalls auch mit Geisterspielen. Schließlich würde es den deutschen Fußball in ein alles andere als gutes Licht rücken, wenn rund ein Drittel der Klubs seinen wirtschaftlichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen könnte.