Die Liga-Zwei Zwischenbilanz: Kaiserslautern

Was ist gut, was ist schlecht?

Autor: Christian Slotta Veröffentlicht: Donnerstag, 01.09.16 | 17:03
Salif Sané grätscht gegen Osayamen Osawe.

Einer der wenigen Lichtblicke: Lauterns neuer Stürmer Osayamen Osawe (Mitte). ©Imago

Frei nach Kommentatoren-Legende Heribert Faßbender, der einmal bei einem Länderspiel schon nach 5 Spielminuten ein erstes Fazit gezogen hat, wagen wir von Liga-Zwei.de kurz nach Saisonstart ebenfalls eine erste Analyse aller Teams der 2. Bundesliga. Heute: Die Zwischenbilanz des 1. FC Kaiserslautern!

Was läuft schon gut?

Die „Roten Teufel“ sind eine Mannschaft, die auf viel Ballkontrolle Wert legt: Durchschnittlich 54% Ballbesitz (drittbester Wert der Liga) sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings hat das bisher herzlich wenig gebracht. Immerhin zeigt der Trend leicht nach oben, am Montagabend konnten die Pfälzer gegen Fortuna Düsseldorf erstmals seit Mitte April „zu Null“ spielen.

Was läuft noch schlecht?

In unserem Teamcheck vor Saisonbeginn hatten wir den FCK einen Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle zugetraut. Bisher deutet allerdings nur wenig darauf hin, dass es wirklich so kommen könnte, denn Kaiserslautern wartet nach wie vor auf den ersten Saisonsieg. Das Pokal-Aus beim Halleschen FC hat die Unruhe noch verstärkt, einige Fans fordern inzwischen schon wieder die Ablösung des neuen Trainers Tayfun Korkut. Allerdings gehen wir davon aus, dass Sportdirektor Uwe Stöver in dieser Hinsicht die Füße noch eine Weile stillhalten wird.

Viel problematischer ist eigentlich, dass der einst so gefürchtete Betzenberg seinen Mythos langsam, aber sicher einbüßt. Schon in der vergangenen Spielzeit konnten die „Roten Teufel“ nur 5 von 17 Heimspielen gewinnen, in dieser Saison lauteten die Ergebnisse bisher 0:4 und 0:0. Man kann also nicht gerade behaupten, dass die eigenen Fans verwöhnt werden.

Wie funktionieren die Neuzugänge?

Teilweise gut, teilweise sind die Auftritte der Neuen noch stark ausbaufähig. Torwart André Weis hält, was er kann. Auch Christoph Moritz machte bisher alle Spiele von Beginn an und lieferte den Assist zum einzigen Saisontreffer. Vielversprechend ist zudem Osayamen Osawe, der im Pokal zwei Treffer erzielte, in der Liga aber noch glücklos blieb.

Darüber hinaus dürfen die FCK-Anhänger auch von den kurzfristig verpflichteten Jacques Zoua, Zoltan Stieber und Mensur Mujdza noch eine Menge erwarten. Abzuwarten bleibt, wie sich der kurz vor Transferschluss unter Vertrag genommene Ewerton macht. Bei Sebastian Kerk muss man abwarten, mit welchem Fitness-Zustand eher in Lautern anfängt. Eher unterdurchschnittlich waren dagegen die bisherigen Spiele der beiden Außenverteidiger Naser Aliji und Philipp Mwene: Beide kamen bislang immer über die volle Spielzeit zum Einsatz, wirkten aber teils doch etwas überfordert.

Prognose für die kommenden Wochen

Nach der Länderspielpause wartet der SV Sandhausen auf den 1. FC Kaiserslautern, da sollte ein Sieg durchaus drin sein. Danach wird es aber direkt wieder hart für die Pfälzer, wenn es gegen den VfB Stuttgart und Dynamo Dresden geht. Die Fans sollten also zumindest damit rechnen, dass der FCK sich noch ein wenig länger im unteren Tabellen-Drittel aufhalten könnte.