Dynamo Dresden: Ausgleichszahlung für Klubs mit hohem Zuschauerschnitt?

Jedes Heimspiel vor leeren Rängen kostet rund 700.000 Euro

Dynamo Dresden

Auch der normalerweise rappelvolle K-Block muss in den nächsten Monaten leer bleiben. © imago images / Jan Hübner

Dass Patrick Schmidt für seinen spektakulären Fallrückzieher beim 2:1-Sieg im Derby gegen Erzgebirge Aue Anfang März als Torschütze des Monats ausgezeichnet wurde und sich dabei unter anderem gegen Nationalspieler Jonas Hector durchsetzen konnte, war in weiterhin auch für Dynamo Dresden schwierigen Zeiten eine nette Ablenkung. Grundsätzlich aber richtet sich auch bei der SGD der Fokus auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, worüber nach wie vor nicht final entschieden ist.

Sofern die verbleibenden neun Spieltage wie allseits erhofft ausgetragen werden können, würden die noch ausstehenden TV-Gelder, die ab Anfang Mai zunächst unter Vorbehalt fließen sollen, die wirtschaftliche Not lindern. Alleine die unvermeidliche Tatsache, dass in dieser Saison und mutmaßlich auch zu Beginn der neuen Spielzeit keine Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion zugelassen sind, kostet die SGD aber viel Geld.

Bild berichtet von Einnahmeverlusten von bis zu 700.000 Euro je Heimspiel. Bei noch vier verbleibenden Partien summieren sich die Mindereinnahmen schon bis zum Ende der Spielzeit 2019/20 auf knapp drei Millionen Euro. Damit entsteht in den Kassen Dynamos eine große Lücke, die die Dresdner Verantwortlichen offenbar hoffen, auch mit Hilfe der DFL etwas schließen zu können.

In der Zuschauertabelle auf Rang sechs

Nach Informationen der „Bild“ hat Dynamo bei der DFL wegen Ausgleichszahlungen für Vereine mit besonders hohen Einbußen aufgrund der Geisterspiele angefragt, bislang aber noch keine konkrete Antwort erhalten. Mit durchschnittlich 27.154 Besuchern liegt Dynamo in der Zuschauertabelle des Kicker auf dem sechsten Platz. Die Unterschiede zum SV Sandhausen (7.457) oder zum SV Wehen Wiesbaden (5.270), den Schlusslichtern des Rankings, sind dabei enorm.

Dass Geisterspiele bei der SGD in wirtschaftlicher Hinsicht als gravierender Wettbewerbsnachteil eingestuft werden, ist daher durchaus nachvollziehbar. Hilfe seitens der derzeit an vielen Fronten geforderten DFL scheint allerdings eher fraglich.