Dynamo Dresden: Broll braucht Zuschauer und Stimmung

Ex-Trainer David Yelldell über das Potential des Keepers

Kevin Broll gegen Hannover.

Bei Dynamo Dresden gesetzt: Sommer-Neuzugang Kevin Broll. ©imago images/Steffen Kuttner

Keine einzige Pflichtspiel-Minute hat Kevin Broll bei Dynamo Dresden bislang verpasst. Der Torhüter kam im Sommer von Sonnenhof Großaspach, wo nach vier Jahren – drei davon als Stammtorhüter – die 3. Liga schlicht eine Nummer zu klein für ihn wurde.

„Man hat schon gesehen, dass er großes Potential und Talent besitzt“, erinnert sich David Yelldell im Gespräch mit Liga-Zwei.de an den Sommer 2016 zurück. Damals wechselte der Torhüter von Leverkusen nach Großaspach und traf erstmals auf Broll, mit dem er in der kommenden Spielzeit um den Platz zwischen den Pfosten kämpfen sollte. Der 34-jährige Routinier gegen das 20-jährige Talent.

Konstanz gefunden

„Er war aufgeschlossen, hat sich immer reingehauen, in jedem Training“, schildert Yelldell seine Eindrücke vom Trainingsplatz, den er verletzungsbedingt nicht so häufig betreten konnte, wie er sich das gerne gewünscht hätte. In sechs Pflichtspielen kam er trotzdem zum Einsatz, während es bei Broll 14 waren. In diesen deutete er sein Potential an, vereinzelt leistete er sich aber auch die bei jungen Torhütern nicht unüblichen Aussetzer.

Dass Broll über die Jahre konstanter wurde und diese abstellte, war auch ein Verdients Yelldells, der nach der Spielzeit seine aktive Karriere beendete und fortan als Torwarttrainer Großaspachs großen Anteil daran haben sollte, Beständigkeit in Brolls Leistungen zu bringen. „Da versucht man natürlich, auch auf die mentale Schiene zu gehen, damit er diese Fehlerquellen minimieren kann“, war er in jener Phase auch als Psychologe gefragt.

Seine Rolle bei der positiven Entwicklung des vielversprechenden Talents zu einem Top-Torhüter der 3. Liga will der heute 38-Jährige aber nicht zu stark gewichten, wenn er über Brolls ansteigende Leistungskurve spricht: „Natürlich kommt mit der Zeit die Erfahrung dazu. Dann gab es eine Phase in Großaspach, in der er wenige Gegentreffer hinnehmen musste und dann kommt natürlich das Selbstvertrauen. Als Torhüter kommst du in eine positive Spirale rein. Dass Aspach damals in der Liga geblieben ist, war ein großer Verdienst von Kevin.“

David Yelldell (l.) und Kevin Broll.

Erst Konkurrenten, dann Trainer und Schützling: David Yelldell (l.) und Kevin Broll. ©imago images/foto2press

Diese Spirale führte ihn im Sommer 2019 schließlich zu Dynamo. Vom beschaulichen Dorf- zu einem Traditionsklub mit Strahlkraft. Von Nervosität war bei Broll in seinen bislang zehn Pflichtspielen in Anbetracht der gestiegenen Erwartungshaltung aber bislang nur sehr wenig zu sehen.

Volles & lautes Stadion als Ansporn

„Ich hatte immer das Gefühl, er braucht Zuschauer und Stimmung, um seine Top-Leistung abzuliefern“, sieht Yelldell in einem vollen Stadion einen zusätzlichen Ansporn für seinen ehemaligen Schützling. Strafraumbeherrschung, Reflexe auf der Linie und vor allem seine technischen Fähigkeiten stellt der beidfüßig ausgebildete Broll nun auch in der 2. Liga unter Beweis.

Nur seine Nervenstärke bei Elfmetern scheint noch nicht im Fußball-Unterhaus angekommen zu sein. In der 3. Liga parierte er noch acht von zwölf Strafstößen, wie sich Yelldell mit einem Lachen erinnert: „Wenn wir einen Elfmeter gegen uns bekommen haben, herrschte auf der Bank schon das Gefühl‚ okay, Kevin hält den sowieso‘.“

Auf dieses Selbstverständnis müssen seine Mitspieler bei Dynamo noch warten: Beide in dieser Spielzeit gegen Dresden gegebenen Strafstöße waren drin. Dass Broll aber an seinen Aufgaben wächst und noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist, zeigt sein persönlicher Aufstieg in den letzten Jahren.

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