Dynamo Dresden: Ein bitterer Rückschlag

Aber die zweite Halbzeit macht Mut

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 08.02.20 | 07:07

Kevin Broll

Leitete mit seinem Fehlpass das 1:2 ein: Kevin Broll. © imago images / Picture Point LE

Der Aufschwung von Dynamo Dresden wurde am Freitagabend zumindest vorerst gebremst. Nachdem die SGD mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen nach der Winterpause gegen den Karlsruher SC (1:0) und beim 1. FC Heidenheim (0:0) den Anschluss ans rettende Ufer hergestellt hatte, setzte es am Freitagabend eine 2:3-Heimniederlage gegen Darmstadt 98, die aus mehreren Gründen bitter war.

Zum einen, weil gegen einen direkten Rivalen im Abstiegskampf verloren wurde, der nun anstatt drei Punkte im Falle eines Sieges neun Zähler entfernt und erst einmal außer Reichweite ist. Zum anderen war aber auch das Zustandekommen der Niederlage ein herber Schlag für Dynamo.

„ Wir haben arrogant hinten rausgespielt und dafür die Quittung bekommen ”
Markus Kauczinski

Sauer stieß Trainer Markus Kauczinski das Auftreten seiner Mannschaft nach dem optimalen Start mit dem Führungstreffer durch den erstmals von Beginn an aufgebotenen Winterneuzugang Josef Husbauer bereits in der vierten Minute auf. "Eigentlich starten wir mit dem Tor gut in die erste Halbzeit, waren dann aber viel zu nachlässig. Wir hatten zu viele Ballverluste, waren nicht so kompakt, haben den Gegner stark gemacht, es nicht geschafft Darmstadt vom Tor wegzuhalten. Wir haben arrogant hinten rausgespielt und dafür auch zurecht die Quittung bekommen", übte Kauczinski auf der Pressekonferenz scharfe Kritik an der Vorstellung bis zur Pause.

Tor aberkannt und Rot für Joker Makienok

Und als Dresden nach der Pause zulegte und auch laut Kauczinski "ein anderes Gesicht" zeigte, hatte Dynamo Pech mit dem Schiedsrichter bzw. dem VAR, der dem vermeintlichen Ausgleichstreffer von Patrick Schmidt zum 3:3 die Anerkennung versagte, da bei der Aktion Jannis Nikolaou im Abseits stehend das Eingreifen eines Darmstädter Verteidigers verhindert haben soll.

Eine Entscheidung, die regeltechnisch korrekt gewesen sein mag, aber für Dynamo dennoch schwer zu verdauen war. Hinzu kam dann auch noch eine sehr harte, aber ebenfalls vertretbare rote Karte für Simon Makienok kurz nach dessen Einwechslung. Trotz der Unterzahl zeigte Dresden Moral, steckte nicht auf und hatte sogar noch die Möglichkeit zum Ausgleich, ging aber letztlich als Verlierer vom Platz.

Obwohl es am Ende nicht mehr zu Zählbarem reichte, kann die SGD Positives aus der zweiten Hälfte mitnehmen, wohlwissend, dass beim FC St. Pauli und gegen den VfL Bochum zwei weitere Duelle mit direkten Konkurrenten im hinteren Tabellendrittel anstehen. Dann darf es sich Dynamo nicht erneut erlauben, eine Halbzeit in den Sand zu setzen. Dass sich Spieler und Verantwortliche bei ihren Analysen an die eigene Nase packten und die Schuld für die Niederlage nicht auf den Schiedsrichter abwälzten, ist diesbezüglich zumindest ein richtiges Signal.

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