Eintracht Braunschweig: Der Liga-Zwei Teamcheck

Packt der BTSV in diesem Jahr den Aufstieg?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 27.07.17 | 10:44
Christoffer Nyman von Eintracht Braunschweig

Will mit dem BTSV erneut angreifen. Stürmer Christoffer Nyman. ©Imago/pmk

Eintracht Braunschweig war in der vergangenen Saison nie schlechter als Platz vier und verpasste den Aufstieg nur denkbar knapp in der Relegation gegen Wolfsburg. Jetzt haben die Löwen die Niederlage abgehakt und gehen mit neuem Elan ins Aufstiegsrennen 2017/18.

Ob Eintracht Braunschweig diesmal den Sprung ins deutsche Fußball-Oberhaus schafft, zeigen wir Euch in unserem Teamcheck. Abschließend geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Viel veränderte sich nicht an der Braunschweiger Mannschaft. Vier Akteure sind gegangen, genauso viele Neue wurden verpflichtet. Aus der Offensiv-Abteilung verabschiedete sich Nik Omladic, seinen Abgang will der BTSV intern auffangen. Die Neuzugänge sind ausschließlich Defensiv-Spezialisten, wie die Leistungsträger von Erzgebirge Aue aus der letzten Saison, Steve Breitkreuz und Louis Samson.

Dazu kommen mit Steffen Nkansah und Robin Becker junge, entwicklungsfähige Akteure, die damit genau ins Anforderungsprofil der Braunschweiger passen. Für Wirbel sorgte vor Kurzem die Suspendierung von Innenverteidiger Saulo Decarli, der für zwei Wochen zur U23 strafversetzt wurde und erst Anfang August wieder zur Mannschaft stößt.

Die aktuelle Form

Die Testspielergebnisse konnten sich sehen lassen. Schon der 6:1-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg in der frühen Phase der Vorbereitung dürfte den Braunschweigern Selbstvertrauen verliehen haben. Aber auch das jüngste 2:2 in der Generalprobe gegen den 1. FC Köln zeigte, dass die Löwen gut gerüstet sind, für den Saisonstart am kommenden Montag gegen Fortuna Düsseldorf.

Stärken & Schwächen

Im vergangenen Jahr lag der Fokus bei den Transferaktivitäten auf der Offensive, nun wurde die Defensive gestärkt. Mit 36 Gegentoren hatten die Löwen bereits in der letzten Saison die viertbeste Abwehr der Liga. Durch die Neuzugänge ist jetzt noch mehr Stabilität in der Defensive zu erwarten.

Die Konstanz auf der Trainerbank ist bemerkenswert. Seit über 9 Jahren steht Torsten Lieberknecht bei Braunschweig an der Seitenlinie. Der Coach versteht es, seine Mannschaft perfekt einzustellen und ist dafür bekannt, jedem Spieler eine realistische Einsatzchance zu geben – die Motivation bei seinen Kickern ist dementsprechend hoch. Außerdem gehen die Löwen nach dem knapp verpassten Aufstieg sicherlich mit noch größerem Ehrgeiz als in der vergangenen Spielzeit an den Start.

Gegen die Spitzenteams hatte die Eintracht in der letzten Saison Probleme. Gegen Hannover und Stuttgart gelang kein Sieg. Für den Aufstieg muss der BTSV die direkten Duelle gegen die Konkurrenten in dieser Saison gewinnen.

Der Trainer

Torsten Lieberknecht kennt den Verein wie seine Westentasche. Er begann seine Trainerkarriere bei der U19 der Braunschweiger und stieg in der Saison 2007/08 zum Cheftrainer auf. Lieberknecht führte den Verein von der dritten Liga bis in die höchste deutsche Spielklasse. Auch nach dem Abstieg im Jahr 2014 blieb er Cheftrainer und kratzt seitdem mit seiner Mannschaft jedes Jahr an den Aufstiegsplätzen.

Nach Frank Schmidt ist Lieberknecht der dienstälteste Trainer der Liga. Er geht in seine zehnte Saison als Chef-Coach – im schnelllebigen Fußball-Geschäft eine Seltenheit. Trotzdem schafft er es noch immer blendend, seine Mannschaft zu motivieren, wie in den Relegationsspielen gegen Wolfsburg zu sehen war.

Die mögliche Startelf

Lieberknecht könnte seine Startelf wie in der vergangenen Saison häufig gesehen im 4-4-2 aufs Feld schicken, möglich ist jedoch auch eine Variante mit Dreierabwehrkette.

In der Abwehr beginnen Gustav Valsvik und Neuzugang Steve Breitkreuz. Durch die Suspendierung Decarlis wurde ein Platz in der Dreierkette frei, den Joseph Baffo übernehmen könnte. Im zentralen Mittelfeld hat Lieberknecht momentan die Wahl zwischen Louis Samson, Quirin Moll und Mirko Boland. Die linke Seite wird weiterhin Ken Reichel beackern, während auf rechts zuletzt Jan Hochscheidt getestet wurde.

Im Sturm gibt es gleich eine ganze Reihe von interessanten Möglichkeiten. Der talentierte Suleiman Abdullahi könnte in dieser Saison den Durchbruch schaffen, außerdem steht weiterhin der Routinier Domi Kumbela bereit. Erste Wahl ist jedoch Christoffer Nyman, der in der vergangenen Spielzeit mit elf Treffern glänzte.

Über außen streiten sich auf rechts Salim Khelifi und Hendrick Zuck um den Platz in der Startelf. Onel Hernández besitzt großes Potential und kann dies vermutlich wieder auf der linken Außenbahn beweisen. Mögliche Aufstellung:
Fejzic – Valsvik, Breitkreuz, Baffo – Hochscheidt, Moll, Boland, Reichel – Zuck, Nyman, Hernández

Fazit

Die Eintracht ist eingespielt und hat mit Torsten Lieberknecht einen erfahrenen Trainer an der Seitenlinie. Die Mannschaft wurde in der Defensive verstärkt und trat in der Vorbereitung gefestigt auf. Bei Braunschweig ging die Entwicklungskurve seit der Saison 2014/15 stetig nach oben – in der kommenden Saison können die Löwen diesen Trend fortsetzen und den ganz großen Wurf landen.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Hoch geht´s

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