Erzgebirge Aue: Florian Krüger zeigt seinen Wert

Angreifer glänzt mit zwei Torvorlagen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 20.09.2020 | 07:42
Florian Krüger

Starker Saisonstart mit zwei Vorlagen: Florian Krüger (r.). © imago images / Picture Point

Erzgebirge Aue hat auf das peinliche Pokal-Aus beim SSV Ulm (0:2) und vor allem die erschreckend schwache Vorstellung beim Regionalligisten die passende Antwort gegeben. Die Veilchen gewannen ihr Auftaktspiel in der 2. Bundesliga bei den Würzburger Kickers letztlich deutlich mit 3:0 und grüßen von der Tabellenspitze. Zunächst sah es beim Aufsteiger allerdings nicht unbedingt nach einem deutlichen Sieg für die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster aus.

In der ersten Hälfte lief bei Aue wenig zusammen und Würzburg kam zu der einen oder anderen Torgelegenheit. Letztlich ging es aber mit einem torlosen Remis in die Pause, in der Schuster mit Pascal Testroet einen echten Mittelstürmer brachte, nachdem zuvor das Duo Florian Krüger und Jan Hochscheidt nur wenig Aktionen verbuchen konnte.

Das änderte sich dann aber in den zweiten 45 Minuten, in denen vor allem Krüger zum Matchwinner avancierte. Zunächst bediente der 21-Jährige in der 60. Minute nach sehenswertem Doppelpass mit Philipp Riese den mitgelaufenen John-Patrick Strauß, der nur noch einschieben musste. Dann ließ Krüger nur drei Minuten später Würzburgs Daniel Hägele mit einem beeindruckenden Antritt stehen und setzte Testroet in Szene, der zum 2:0 einnetzte.

Schuster erklärt Krügers schwache Leistung im Pokal

Noch bevor Tom Baumgart kurz vor Schluss auf 3:0 erhöhte, blieb Krüger die Krönung seiner Leistung versagt. Von Testroet freigespielt zielte Krüger zehn Meter vor dem leeren Tor zu ungenau und traf nur die Latte. Trainer Schuster ließ diese ausgelassene Chance auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zwar nicht unerwähnt, bescheinigte seinem schnellen Angreifer aber eine „massive und deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Spiel in Ulm.“

Zugleich lieferte Schuster auch die Begründung für Krügers diskreten Auftritt im Pokal nach. Der siebenfache Torschütze und neunfache Vorbereiter der vergangenen Saison habe zuvor bei der U21 „Vollgas gegeben“ und sei deshalb in Kombination mit den Reisestrapazen müde gewesen. Eine Schonung in Ulm wäre laut Schuster letztlich die bessere Entscheidung gewesen. In der zurückliegenden Woche hatte Krüger noch einen Tag länger frei, was sich nicht nur nach Einschätzung des Trainers ausgezahlt hat: „Die Frische und die Spritzigkeit hat man gesehen.“

Auszahlen würde es sich sicherlich auch, könnte Aue Krüger halten. Noch aber muss man in Aue um den Angreifer bangen, der seine Zukunft noch vor kurzem selbst offen gelassen hat. Der zwischenzeitlich als Interessent gehandelte 1. FC Köln hat zwar mittlerweile zwei andere Stürmer verpflichtet, doch der 1. FC Union Berlin ist immer noch auf der Suche. Und mit Leistungen wie im zweiten Durchgang in Würzburg dürfte Krüger sicherlich noch weitere Klubs auf sich aufmerksam machen.