Erzgebirge Aue: Mehrere Unterschiedsspieler als Trumpf

Vier Offensivspieler mit besonderen Qualitäten

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 24.09.20 | 16:17
Florian Krüger

In Würzburg avancierte Florian Krüger mit zwei Assists zum Matchwinner. © imago images / Eibner

Wenn Erzgebirge Aue am Freitagabend Greuther Fürth zum ersten Heimspiel der neuen Saison empfängt und nach dem klaren 3:0-Erfolg bei den Würzburger Kickers den Traumstart in der Liga komplett machen will, darf man schon vor dem Anpfiff auf die Aufstellung der Veilchen gespannt sein – insbesondere mit Blick auf die Offensive.

Denn dass Aue die Partie in Würzburg im zweiten Durchgang in den Griff bekam, hatte auch mit der Einwechslung von Pascal Testroet zu tun, der die Defensive des Aufsteigers als zentraler Angreifer anders beschäftigte als der umtriebigere Jan Hochscheidt, der nicht seinen besten Tag erwischte.

Möglich, dass der nach einer Verletzungspause in der Vorbereitung noch auf Formsuche befindliche Hochscheidt gegen Fürth erst einmal auf der Bank bleibt und Trainer Dirk Schuster der Elf das Vertrauen schenkt, die beim Anpfiff der zweiten Hälfte auf den Platz stand.

Weitere Offensivspieler in der Hinterhand

Generell darf sich Schuster glücklich schätzen, gleich auf vier Offensivkräfte bauen zu können, die ausgestattet mit unterschiedlichen Qualitäten allesamt das Zeug dazu haben, Spiele zu entscheiden. Während Testroet der in Würzburg wieder unverkennbare Torriecher und die Präsenz im Strafraum auszeichnen, ist die Schnelligkeit des folglich mit Anlauf besonders starken Krüger eine für viele Gegner kaum zu verteidigende Waffe, zumal der U21-Nationalspieler als Vorbereiter und Abschlussspieler gleichermaßen zu beachten ist.

Ein ganz anderer Spielertyp ist wiederum Dimitrij Nazarov, der als exzellenter Techniker immer für einen Geniestreich gut ist und insbesondere auch aus der Distanz und bei ruhenden Bällen Gefahr ausstrahlt. Hochscheidt in Normalform verkörpert derweil ähnlich wie Krüger eine gute Mischung aus Vorlagengeber und Torschütze, glänzt dabei mit Spielintelligenz und Einsatzfreude.

Zusammen ergibt sich ein spannender Mix, der in der 2. Bundesliga jeden Gegner vor Probleme stellen kann. Und dann, wenn es bei einem potentiellen Unterschiedsspieler wie in Würzburg Hochscheidt nicht rund läuft, kommt eben der nächste und setzt die entscheidenden Akzente.

Nichts dagegen hätte man in Aue indes, wenn mit Neuzugang Ben Zolinski, Philipp Zulechner und möglicherweise dem als weitere Verstärkung ins Auge gefassten Stanislav Ivanov auch noch andere Akteure zu spielentscheidenden Figuren werden. Einen nach wie vor nicht auszuschließenden Abgang von Krüger könnte man dann auf jeden Fall noch besser kompensieren.