Erzgebirge Aue: Wer übernimmt für Meyer?

Kriterien der Trainersuche beim FCE

Helge Leonhardt ist Präsident des FC Erzgebirge Aue

Aues Präsident Helge Leonhardt hat klare Anforderungen an seine Trainer. ©Imago images/Picture Point

Obwohl es in der Mitteilung des FC Erzgebirge Aue heißt, Daniel Meyer sei „vorerst“ beurlaubt, ist nicht davon auszugehen, dass der Trainer noch einmal zurückkehrt. Stattdessen dürfte hinter den Kulissen schon intensiv nach einem Nachfolger gesucht werden. Wilde Spekulationen um verschiedene Namen schießen bereits ins Kraut.

Nach erst drei gespielten Partien muss in jedem Fall kein klassischer „Feuerwehrmann“ her. Im Gegenteil: Mit sechs Punkten aus den ersten Spielen ist die Ausgangsposition zumindest tabellarisch für den neuen Mann sehr komfortabel. Auch mit dem Kader lässt sich gut arbeiten. Im Gegensatz zu anderen Jahren wurden keine Leistungsträger abgegeben. Einige vielversprechende Spieler kamen hinzu.

Wieder ein junger Trainer?

Welcher Trainer-Typ kommt also tatsächlich in Frage für die Aufgabe beim FCE? In den vergangenen Jahren hat sich im Erzgebirge ein Wandel vollzogen bei der Auswahl der Übungsleiter. So holte Präsident Helge Leonhardt zuletzt mehrfach Trainer, die aus dem Nachwuchs-Leistungsbereich kamen.

Daniel Meyer arbeitete zuvor beim 1. FC Köln in der Jugend, sein Vorgänger Hannes Drews im NLZ von Holstein Kiel. Domenico Tedesco entstammte der Hoffenheimer Schule. Der nur kurzzeitig auf ihn folgende Thomas Letsch war zwar etwas älter, war aber zuvor im Ausbildungsbereich von RB Salzburg tätig.

Bleibt der FCE diesem Muster treu, wird er sich in den NLZ der Profi-Vereine umschauen, bzw. nach Leuten, die hauptsächlich in solchen gearbeitet haben. Marco Kurth ist ein solches Beispiel. Der U17-Trainer von RB Leipzig wurde in der Vergangenheit immer wieder genannt, wenn Posten frei wurden. Der 41-Jährige ist zudem ein Ex-Spieler des FCE.

Ein zur Zeit verfügbarer Trainer mit diesem Profil wäre Nils Drube, der in der vergangenen Saison bei den Sportfreunden Lotte seinen ersten Chef-Trainer-Posten bekleidete. Sportlich lief es nach guter Hinrunde jedoch nicht mehr rund und Drube musste vorzeitig gehen. Der 41-Jährige war zuvor für die U19 von Bayer Leverkusen verantwortlich, passt also ins Schema. Zudem absolvierte er den Fußballlehrer-Lehrgang gemeinsam mit Domenico Tedesco auf dessen Meinung in Aue immer noch Wert gelegt wird. Auch Hannes Drews legte zusammen mit Tedesco die Prüfung ab.

Wer hat die Wismut-DNA?

Damit wäre man bei einem zweiten Aspekt, der bei der Trainersuche der Sachsen beachtet werden muss: Wie die gute Verbindung zu seinen früheren Trainern zeigt, pflegt Helge Leonhardt einen sehr engen Kontakt zu seinen leitenden Angestellten. Der neue Mann an der Seitenlinie müsste somit zum intensiven Austausch mit dem Präsidenten bereit sein.

Berücksichtigt man diesen Faktor, ist es auch möglich, dass Aue von den jüngeren Trainern Abstand nimmt. Stattdessen könnte ein erfahrener Profi-Coach kommen, der aber zum Verein und seinen familiären wie regionalen Werten passt. Als gebürtiger Sachse würde Dirk Schuster sicherlich diese Voraussetzungen erfüllen. Bei den Fans wird die Personalie sehr wohlwollend diskutiert. Sein destruktiver Fußball-Stil mit vielen langen Bällen passt jedoch nicht zum FCE.

Der von der „Bild“ genannte Claus-Dieter „Pele“ Wollitz steht für die genannten Werte. Allerdings scheint eine harmonische Zusammenarbeit zwischen dem ausgeprägten Charakterkopf und dem ebenfalls extrovertierten Leonhardt schwer vorstellbar.

Die Neubesetzung der Trainerbank soll laut Aussage des Präsidenten gegenüber dem MDR jedenfalls innerhalb der nächsten 14 Tage erfolgen. Viel Zeit wird sich der Klub also nicht lassen.

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