FC St. Pauli: Die nächsten Entscheidungen stehen an

Mehrere offene Personalien

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.20 | 07:05
Waldemar Sobota

Noch ist offen, ob Waldemar Sobota (l.) eine Zukunft am Millerntor hat. © imago images / Claus Bergmann

Mit Timo Schultz hat der FC St. Pauli am Sonntag seinen neuen Trainer präsentiert. Der zuvor neun Jahre lang in unterschiedlichen Funktionen vom Co-Trainer bis zuletzt zum Chefcoach der U19 tätige Ex-Profi soll den schon in der vergangenen Saison von Jos Luhukay eingeleiteten Umbruch im Kader weiter vorantreiben und eine Mannschaft mit Perspektive formen, die eine bessere Rolle spielen soll als in der zurückliegenden Spielzeit.

Bis das neue Aufgebot steht, wartet auf Schultz und Sportchef Andreas Bornemann noch jede Menge Arbeit. So gilt es unter anderem die Zukunft von mehreren Spielern zu klären, deren Verträge am 30. Juni ausgelaufen sind. Darunter befinden sich mit Johannes Flum und Waldemar Sobota zwei Routiniers, die aktuell nicht wissen, ob es für sie am Millerntor weitergeht.

Während Flum in der abgelaufenen Spielzeit teilweise auch verletzungsbedingt nur auf 16 Einsätze kam, aber als Führungsfigur dennoch seinen Wert für die Mannschaft hatte, stand Sobota in 27 Partien auf dem Feld und zählte zu den Leistungsträgern. Ob die Kiezkicker mit Flum und Sobota nochmal das Gespräch suchen und dem Duo eine Verlängerung offerieren, hängt nun maßgeblich auch vom neuen Coach ab, dessen Meinung bislang aber noch nicht bekannt ist.

Müller oder Brodersen?

Eine Rolle spielen könnte in Corona-Zeiten natürlich auch, dass Flum und Sobota nicht zu den Geringverdienern zählen dürften. Beim 21-jährigen Luis Coordes, der in der acht seiner elf Einsätze nach dem Re-Start absolvierte und näher an die erste Elf herangerückt ist, sollte eine Verlängerung derweil nicht an wirtschaftlichen Gründen scheitern. Da der Flügelspieler einst von Schultz in den St.Pauli-Nachwuchs geholt wurde und folglich beim neuen Cheftrainer eine gewisse Wertschätzung genießen dürfte, könnte die Tendenz bei Coordes eher zur Verlängerung gehen.

Bleibt noch Ersatzkeeper Korbinian Müller, der im Herbst nach einem Schlüsselbeinbruch der eigentlichen Nummer zwei, Svend Brodersen, zurückgeholt und mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet wurde. Müller, der auch als Vertreter von Robin Himmelmann auf der Bank Platz nahm, als Brodersen längst wieder fit war, hat laut der Morgenpost schon frühzeitig signalisiert, sich einen Verbleib am Millerntor gut vorstellen zu können.

Die Zukunft des 29-Jährigen dürfte nun auch von Brodersens Plänen abhängen. Der 23-Jährige hat eigentlich die Rolle als Nummer eins im Blick, diesbezüglich auf St. Pauli im Moment aber wohl nicht die besten Karten. Ein Abschied scheint trotz bis 2021 laufenden Vertrages möglich – und würde Müllers Chancen auf ein neues Arbeitspapier drastisch erhöhen.