FC St. Pauli: Igor Matanovic bald eine Alternative?

Sturmtalent genießt hohe Wertschätzung

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 15.11.20 | 07:25
Timo Schultz

Hält große Stücke auf Igor Matanovic: Timo Schultz. © imago images / Osnapix

Gegen den Karlsruher SC (0:3) blieb der FC St. Pauli vor der Länderspielpause zum zweiten Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer und blieb trotz einer optischen Überlegenheit am und im gegnerischen Strafraum die gesamten 90 Minuten über zu harmlos. Alleine auf die aufgebotenen Stürmer Simon Makienok und Daniel-Kofi Kyereh konnte diese Problematik zwar nicht reduziert werden, doch fraglos strahlten die Kiezkicker auch in der vordersten Reihe zu wenig Gefahr aus.

Stürmer Nummer drei, der erst in der 86. Minute eingewechselte Borys Tashchy, konnte daran auch nichts mehr ändern, soll in Abwesenheit des wohl bis ins neue Jahr hinein fehlenden Guido Burgstaller aber den Druck erhöhen. Am Freitag im Testspiel gegen den SV Werder Bremen konnte der Ukrainer mit einem verwandelten Elfmeter zum zwischenzeitlichen 3:1 zumindest etwas Selbstvertrauen tanken. Beim 4:2-Erfolg gegen den Bundesligisten hatte zuvor Makienok die Führung besorgt und Lukas Daschner auf 2:0 erhöht.

Profivertrag bis 2023

Für Treffer Nummer vier zeichnete derweil ein Akteur verantwortlich, der zum ersten Mal unter Wettkampfbedingungen Profiluft schnuppern durfte. Der 17-jährige Igor Matanovic durfte im über drei Mal 35 Minuten angesetzten Test im letzten Drittel ran und hinterließ mit seinem Kopfballtreffer in der 85. Minute direkt einen bleibenden Eindruck.

„ Der Junge ist außergewöhnlich. Das wissen wir alle im Verein. ”
Timo Schultz

Der 1,94 Meter große Angreifer, der in drei Länderspielen für die deutsche U17 zwei Tore erzielt hat, gilt als Versprechen für die Zukunft und genießt intern schon länger hohe Wertschätzung: „Dass Igor weiß, wo das Tor steht, das weiß ich nicht erst seit heute, das weiß ich seit drei, vier, fünf Jahren. Der Junge ist außergewöhnlich. Das wissen wir alle im Verein“, war Trainer Timo Schultz gegenüber der Morgenpost nicht überrascht vom gelungenen Einstand des Youngsters.

Zugleich ist Schultz aber auch weit davon entfernt, Druck auf Matanovic aufzubauen, sondern will das Sturmtalent weiter langsam heranführen: „Das geht Schritt für Schritt. Ich denke, er wird jetzt häufiger im Training dabei sein. Dann schauen wir mal, wie es weitergeht.“

Klar ist indes auch, dass am Millerntor niemand etwas dagegen hätte, würde plötzlich ein Talent aus den eigenen Reihen für Tore sorgen. Dank eines schon 2019 abgeschlossenen Profivertrages bis 2023 kann man auf St. Pauli die weitere Entwicklung von Matanovic auf jeden Fall einigermaßen entspannt und ohne Angst vor Abwerbeversuchen finanzkräftigerer Konkurrenten verfolgen.