FC St. Pauli: Interne Unruhe fast programmiert

Auf absehbare Zeit drohen noch mehr Härtefälle

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 19.09.19 | 08:24
Jos Luhukay

Anders als noch vor wenigen Wochen verfügt Jos Luhukay inzwischen über reichlich Alternativen. © imago images / Oliver Ruhnke

Die Stimmung beim FC St. Pauli hat sich nach einem verpatzten Saisonstart mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen, vor allem natürlich dem 2:0-Sieg am Montag im Derby gegen den HSV, deutlich zum Positiven verändert. Das allerdings trifft nicht ausnahmslos auf den gesamten Kader zu, denn aufgrund mehrerer Nachverpflichtungen und Rückkehrer aus Verletzungen finden sich gleich mehrere gestandene Profis nur noch in der zweiten oder gar eher dritten Reihe wieder.

Obwohl die Rekonvaleszenten Luca Zander, Henk Veerman, Philipp Ziereis, Yi-Young Park und Christopher Avevor noch individuell arbeiteten, verzichtete Trainer Jos Luhukay mit Cenk Sahin, Marc Hornschuh, Jakub Bednarczyk, Ersin Zehir, Kevin Lankford, Rico Benatelli und Niklas Hoffmann auch noch auf sieben weitere, gesunde Akteure in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Duell mit dem HSV.

Und weil nach Zander zu Wochenbeginn ab dem heutigen Donnerstag auch Veerman und Ziereis wieder voll trainieren sollen, wird die Auswahl noch größer. Lediglich Avevor und Park können noch nicht mit den Kollegen auf dem Platz stehen. Auch ohne das Duo kämpfen auf absehbare Zeit neben den Torhütern Robin Himmelmann und Svend Brodersen nicht weniger als 30 Feldspieler um zehn Plätze in der Startformation. Unruhe wird sich angesichts von zwölf Spielern, die es nicht einmal in den 20er-Spieltagskader schaffen, kaum vermeiden lassen.

Im Januar sind Abgänge zu erwarten

Natürlich wissen auch die Verantwortlichen, dass der Kader deutlich zu groß ist, wenn alle Spieler fit sind. So dürfte die nächste Transferperiode im Januar eher dazu genutzt werden, das Aufgebot zu verkleinern anstatt wie zuletzt noch neues Personal hinzuzuholen. Noch freilich bleibt die Entwicklung in den kommenden Wochen abzuwarten, doch schon jetzt zeichnet sich in einigen Fällen ab, dass eine Trennung wohl für alle Seiten die bessere Lösung wäre.

Das gilt auch für einige gestandene Profis wie die für das Stadtduell ausgemusterten Cenk Sahin, Hornschuh und Benatelli sowie für Johannes Flum und Christopher Buchtmann, die ebenfalls bisher nicht die erhoffte Rolle spielen und durch neue Konkurrenz noch weiter ins Hintertreffen geraten könnten. Gerade bei Flum und Neuzugang Benatelli, die aus Verletzungen kommen, ist es derzeit aber noch zu früh für eine endgültige Bewertung.

Bei den Talenten Zehir, Bednarczyk und Lankford stellt sich derweil die Frage, ob eine Ausleihe zu einem anderen Verein mit regelmäßiger Spielpraxis nicht die bessere Lösung wäre als zwischen der Ersatzbank, Tribüne und der Regionalliga-Mannschaft zu pendeln.

Auf Trainer Luhukay und Geschäftsleiter Andreas Bornemann warten in den kommenden Wochen und Monaten auf jeden Fall einige Gespräche, die durchaus unangenehm werden können.

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