FC St. Pauli: Kompletter Umbruch im Abwehrzentrum?

Zukunft von mehreren Innenverteidigern offen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 04.05.20 | 08:44
Philipp Ziereis

Philipp Ziereis (l.) spielt aktuell nur eine Nebenrolle. © imago images / Sven Simon

Auch beim FC St. Pauli wartet man gespannt auf die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten, die am Mittwoch darüber befinden wollen, ob und wann der Profi-Fußball in Deutschland die seit Mitte März unterbrochene Saison fortsetzen kann. Die Verantwortlichen der Kiezkicker sind darüber hinaus aber auch gefordert, Pläne für die neue Saison zu erstellen, die derzeit freilich noch mit einigen Ungewissheiten verbunden sind.

Schon jetzt zeichnet sich allerdings die Innenverteidigung als eine der größten Baustellen bei der Kaderzusammenstellung für die Spielzeit 2020/21 ab. Mit Leo Östigard (Brighton & Hove Albion) und Jamie Lawrence (RSC Anderlecht) sind zwei zentrale Abwehrspieler nur ausgeliehen, deren Weiterverpflichtung alles andere als einfach wird.

Östigard begehrt, Lawrence sehr teuer

Während der 20-jährige Östigard mit seinen Leistungen auch bei anderen Vereinen Interesse geweckt hat, bewegt sich die für Lawrence ausgehandelte Kaufoption laut der Morgenpost mit rund drei Millionen Euro im utopischen Bereich. Allerdings hat St. Pauli beim walisischen Nationalspieler die Hoffnung auf eine erneute Ausleihe. Kurzfristig wird sich dahingehend aber mutmaßlich keine Lösung erzielen lassen, dürfte doch auch der RSC Anderlecht die Entwicklungen in vielerlei Hinsicht abwarten wollen.

Wie es mit Östigard und Lawrence weitergeht, wird unterdessen auch Philipp Ziereis verfolgen. Nach langer Verletzungspause in Folge eines Kreuzbandrisses hat sich der 27-Jährige im Herbst zwar wieder herangearbeitet, es aber bei nur sechs Einsätzen nicht zurück in den Status als Stammkraft geschafft. Bereits im Winter drängte Ziereis deshalb auf einen Wechsel zum VfL Bochum, der ihm seitens des FC St. Pauli aber verwehrt wurde.

Lasse Sobiech als Option?

Ohne Aussicht auf mehr Spielzeit wird dürfte Ziereis trotz eines bis 2022 laufenden Vertrages im Sommer den nächsten Versuch unternehmen, St. Pauli zu verlassen. Mit dem belgischen Erstligisten Royal Excel Mouscron soll es laut der Morgenpost auch schon wieder einen Interessenten geben. Just an Mouscron ist derweil Lasse Sobiech ausgeliehen, der beim 1. FC Köln keine Perspektive mehr hat und offen mit einer Rückkehr ans Millerntor liebäugelt. Nicht ausgeschlossen, dass Ziereis und Sobiech im Sommer die Seiten wechseln.

Mit Kapitän Christopher Avevor, der nach einem im August erlittenen Wadenbeinbruch auf sein Comeback hinarbeitet und dem in dieser Saison bislang nur viermal eingesetzten Florian Carstens stehen ansonsten nur noch zwei zentrale Abwehrspieler über den 30. Juni 2020 hinaus unter Vertrag. Obwohl Trainer Jos Luhukay auch Daniel Buballa verstärkt als Innenverteidiger eingesetzt hat, besteht nach jetzigem Stand in diesem Mannschaftsteil Handlungsbedarf – erst recht, sollten sich Östigard, Lawrence und Ziereis allesamt verabschieden.