FC St. Pauli: Was wurde aus den Abgängen 2020?

Das machen Veerman, Diamantakos & Co.

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Dienstag, 17.11.2020 | 11:20
Henk Veermann beim Torjubel.

An einen jubelnden Henk Veerman haben sich die Fans der Eredivisie bereits gewöhnt. ©imago images/Nordphoto

15 Spieler trugen im Vorjahr das Trikot des FC St. Pauli, die das in der nun laufenden Saison nicht mehr tun. Dabei sind die ehemaligen „Kiezkicker“ besonders häufig international unterwegs: Ganze sieben von ihnen suchten ihr Glück außerhalb von Deutschland. Wer es gefunden habt, lest Ihr hier:

Henk Veerman
Die Sturmkante zog es nach zwei Jahren zurück in die Heimat und Ex-Klub Heerenveen. Trifft in der Eredivisie fast nach Belieben: Acht Einsätze und sieben Tore stehen in seiner Bilanz, dazu noch drei Vorlagen. Übernimmt als Kapitän Verantwortung und steht mit dem SC auf einem starken sechsten Tabellenplatz.

Yi-young Park
Der Südkoreaner verbringt die Spielzeit auf Leihbasis bei Türkgücü München. Während der Drittliga-Aufsteiger gut gestartet ist und früh ein Polster auf die Abstiegsplätze aufgebaut hat, läuft’s beim Rechtsverteidiger durchwachsen. An den ersten drei Spieltagen in der Startelf, danach nur noch Einwechselspieler (drei Mal) oder nicht im Kader (ebenfalls drei Mal).

Florian Carstens
Als Leihspieler für Wehen Wiesbaden in Liga drei aktiv. Dort in der Innenverteidigung gesetzt, verpasste zwei Spiele nach einer Roten Karte. Genießt trotzdem den Rückhalt von Trainer Rüdiger Rehm, auch wenn der Absteiger defensiv noch nicht nachhaltig überzeugen konnte.

Waldemar Sobota
Nach Stationen in Belgien und Deustchland ist der Pole wieder in der Heimat. Dort bei Slask Wroclaw Stammspieler und auch offensiv mit Duftmarken: Der defensive Mittelfeldspieler steuerte an den ersten drei Spieltagen ein Tor und zwei Vorlagen bei. Als Tabellenfünfter auf Tuchführung zu den Plätzen in Richtung Europa-League-Qualifikation.

Dimitrios Diamantakos
Den Griechen zog es zu Hajduk Split. Dort im Sturmzentrum gesetzt und immer in der Startelf, hat er mit einem Saisontor aber noch Luft nach oben. Das gilt auch für seine Mitspieler: In der nur zehn Teams großen Liga als Tabellensiebter darf der Start als durchwachsen bezeichnet werden.

Johannes Flum
Den Mittelfeldspieler zog es zurück zu seinem Ex-Klub Freiburg. Bei den Breisgauern Kapitän der zweiten Mannschaft, für die er zwei Treffer und eine Vorlage in neun Einsätzen erzielte. Verbringt mit dem Nachwuchs des Bundesligisten die Corona-bedingte Unterbrechung auf dem ersten Tabellenplatz der Regionalliga Südwest.

Jakub Bednarczyk
Im Vorjahr überwiegend in der Regionalliga im Einsatz, wurde er für mehr Spielpraxis nach Polen verliehen. Bei Zaglebie Lubin steht bislang eine Einwechslung zu Buche, sonst nur Bankdrücker. Da sein Leihklub als Tabellensechster eine stabile Runde spielt, wird er im Training Druck auf die etablierten Kräfte ausüben müssen.

Ersin Zehir
Als Leihgabe für ein Jahr an den VfB Lübeck abgegeben. Dort – wie das gesamte Team – zuerst mit Anpassungsschwierigkeiten an die 3. Liga, scheint der Knoten geplatzt. Bereitete am Montag den Siegtreffer gegen Verl vor, Lübecks dritter Sieg in Folge. Zehir steuerte in diesen drei Spielen drei Torbeteiligungen bei (ein Treffer & zwei Assists).

Jan-Philipp Kalla gegen Baris Atik.

Jan-Philipp Kalla (h.) beackert nun die Angreifer der Oberliga Hamburg. ©imago images/Picture Point LE

Marc Hornschuh
Wechselte in die Reserve des HSV. Dort als Führungsspieler eingeplant ist der gebürtige Dortmunder in der Innenverteidigung gesetzt und stand in zehn Spieler immer bei Anpfiff auf dem Rasen. Zuletzt zwei Mal als Kapitän, verursachte er ausgerechnet im Derby gegen die FCSP U23 einen Elfmeter, der zum zwischenzeitlichen 0:1 führte (Endstand 1:1).

Jan-Philipp Kalla
Beendete seine Profikarriere, blieb St. Pauli aber als Markenbotschafter der Pauli-Rabauken erhalten. Spielt auch weiterhin Fußball, sein Ex-Mitspieler Marius Ebbers lotste ihn in seiner Funktion als Trainer von Victoria Hamburg in die Oberliga. Steht dort auf Rang zwei und war bereits drei Mal im Einsatz.

Maximilian Franzke
Profitierte bei seiner Leihe nach Magdeburg davon, dass es beim Klub überhaupt nicht lief und Trainer Thomas Hoßmang dem Nachwuchs eine Chance gab. Nutzte diese bei sechs Startelfeinsätzen (ein Tor & eine Vorlage), dann zog er sich einen Sehnenanriss zu. Wird voraussichtlich bis Weihnachten ausfallen.

Korbinian Müller
Hatte seine Karriere im Vorjahr eigentlich schon beendet, half dann aber nach der Verletzung von Svend Brodersen doch nochmal am Millerntor aus. Sein Jahresvertrag lief aus, einen neuen Klub hat er noch nicht präsentiert. Eine Karriere abseits des Fußballs schloss er zuletzt nicht gänzlich aus.

Leo Östigard
Der Norweger kehrte nur kurfristig zu Brighton & Hove Albion zurück, der Premier-League-Klub verlieh ihn diesmal in die 2. englischen Liga. Bei Coventry City in acht von elf Spielen im Einsatz und der Startelf, konnte der Innenverteidiger die Defensive noch nicht stabilisieren: Die „Sky Blues“ haben nur einen Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Viktor Gyökeres
Auch der Schwede war eine Leihgabe aus Brighton, auch er wurde ins britische Unterhaus abgegeben. Steht mit Swansea City als Tabellensechster zwar deutlich besser da als Kollege Östigard, ist aber lediglich Joker und wurde in fünf seiner sieben Einsätze in der letzten halben Stunde gebracht. Wartet noch auf sein erstes Liga-Tor für die Waliser.

Matt Penney
Kehrte zu Sheffield Wednesday zurück und stand dort an den ersten beiden Spieltagen in der Startformation. Wurde anschließend in die U23 abgeschoben und von Trainer Garry Monk öffentlich aufgefordert, mehr zu tun. Wird sich also im Nachwuchs beweisen müssen, um wieder an die Tür in Richtung 2. Liga klopfen zu können.

Wen haben die anderen Klubs verabschiedet? Hier geht’s zu den bisher erschienen Abgängen 2020.