Fortuna Düsseldorf: Neuanfang in finanzieller Hinsicht

Aktuelle Lage trotz Millionenverlust "nicht besorgniserregend"

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 13.07.20 | 09:31
Friedhelm Funkel

Friedhelm Funkel war im Abstiegskampf 2015/16 ein Glücksgriff © Imago

Die Saison 2015/16 hat Fortuna Düsseldorf auch dank der Verpflichtung von Trainer Friedhelm Funkel aus sportlicher Sicht mit dem Minimalziel Klassenerhalt abgeschlossen. Finanziell hingegen war das vergangene Jahr ein kompletter Flop, wie die nun vom Verein offiziell bekannt gegebenen Zahlen deutlich machen.

Mindereinnahmen in Ticketing und Merchandising

Finanzvorstand Paul Jäger musste von einem Minus in Höhe von 1,881 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2015/16 berichten, das in direktem Zusammenhang mit den schwachen sportlichen Leistungen stand. Denn vor allem in den Bereichen Ticketing und Merchandising blieb die Fortuna deutlich hinter der Kalkulation, was natürlich an den meist wenig überzeugenden Auftritten der Mannschaft lag.

„ Wir hatten mit 27.500 Besuchern kalkuliert, gekommen sind aber nur 23.000. ”
Paul Jäger

„Wir hatten mit 27.500 Besuchern im Schnitt kalkuliert, gekommen sind aber nur 23.000“, führte Jäger in der Rheinischen Post näher aus und verriet zudem, dass im Bereich Merchandising 600.000 Euro weniger eingenommen wurden als kalkuliert war.

Zukünftige Ausgaben bereits verbucht

Das Minus beruht zu einem Teil allerdings auch auf einem Bilanztrick, der zwar für das abgelaufene Jahr negative Auswirkungen hat, dafür ab für die laufende Saison eine gute Basis darstellt: „Wir sind hingegangen und haben alle negativen Zahlen jetzt in diese Bilanz gepackt. Auch die Kosten für van Duinen, Haggui und Ya Konan, obwohl der noch da ist. Das geht steuerrechtlich. Wir wollten einen richtigen Neuanfang“, erklärte Jäger gegenüber Bild, zumindest teilweise in der neuen Saison angefallene oder noch anfallende Personalkosten für ausgemusterte Profis bereits als Minus verbucht zu haben.

Sorgen muss man sich um die Fortuna trotz des Verlustes aktuell aber keine machen, ist doch noch ein positives Eigenkapital von gut vier Millionen Euro vorhanden.

„ Der Schlussstrich ist gezogen und wir gehen unbelastet in die Spielzeit 2016/17. ”
Robert Schäfer

Vorstandsboss Robert Schäfer ist mit der nun geschaffenen Basis auf jeden Fall sehr zufrieden und blickte auf der Vereinshomepage bereits nach vorne: „Wir haben schnell und aktiv gehandelt und die notwendigen Korrekturen für eine Trendwende umgesetzt. Der Schlussstrich ist gezogen und wir gehen unbelastet in die Spielzeit 2016/17.“

In einem Jahr will die Fortuna auch dank dieser Maßnahmen zumindest eine ausgeglichene, am liebsten aber eine positive Bilanz vorlegen, wofür der Klassenerhalt natürlich die oberste Voraussetzung ist.