Fortuna Düsseldorf: Plötzlich ein Luxusproblem im Angriff

Dawid Kownacki offenbar ein Thema bei Espanyol Barcelona

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 17.01.21 | 07:53
Kenan Karaman

Torschütze zum 2:0 in Aue: Kenan Karaman. © imago images / Laci Perenyi

Fortuna Düsseldorf bleibt in der 2. Bundesliga weiterhin die Mannschaft der Stunde. Mit dem 3:0-Sieg am Samstag bei Erzgebirge Aue stehen für die Rheinländer nun 19 Punkte aus den letzten sieben Spielen zu Buche, mit denen der Mannschaft von Trainer Uwe Rösler zumindest für eine Nacht der Sprung auf den dritten Platz gelungen ist.

Großen Anteil an der positiven Entwicklung hat die im Vergleich zu mageren acht Toren an den ersten neun Spieltagen deutlich verbesserte Offensive. In den jüngsten sieben Partien erzielte die Fortuna 16 Tore, bei denen meist auch die Angreifer ihre Füße im Spiel hatten. In Aue erzielte Dawid Kownacki die Führung, die Kenan Karaman ausbaute, ehe kurz vor Schluss mit Thomas Pledl ein eingewechselter Mittelfeldmann den Endstand besorgte.

Rouwen Hennings, bester Torschütze der letzten Jahre und mit sechs Treffern auch jetzt wieder im internen Ranking vorne, erhielt in Aue zunächst eine Pause und kam erst nach 70 Minuten, war dann aber an der Entstehung des vorentscheidenden 2:0 beteiligt. Davon ausgehend, dass Trainer Rösler weiterhin auf zwei Spitzen setzen wird, darf man im Düsseldorfer Angriff inzwischen von einem Luxusproblem sprechen.

Auch Iyoha ist eine Option

Kownacki, der in seinen ersten zwei Jahren in Düsseldorf oft mit Verletzungen zu kämpfen hat, ist zum ersten Mal über einen längeren Zeitraum richtig stabil und damit mehr als nur eine Alternative zu Routinier Hennings und Karaman, wobei letzterer nach eher mäßigem Saisonstart mit wechselhaften Auftritten im Moment auch sehr konstant agiert.

Kownacki und Karaman haben zwar beide auch schon auf der offensiven Außenbahn Erfahrungen gemacht, fühlen sich im Zentrum aber jeweils deutlich wohler und sind dort auch besser aufgehoben. Um knifflige Entscheidungen wird Trainer Rösler somit in den nächsten Wochen kaum herumkommen, zumal mit Emmanuel Iyoha eine weitere Sturmoption mit großem Potential nach langer, krankheitsbedingter Leidenszeit auf mehr Einsatzzeit hofft. In Aue fehlte der 23-Jährige zwar mit muskulären Problemen, die aber nicht längerfristiger Natur sein dürften.

Wenig wahrscheinlich ist unterdessen trotz der Konkurrenzsituation, dass die Fortuna einen der Angreifer abgibt. Aktuell wird Kownacki in seiner polnischen Heimat von TVP Sport mit Espanyol Barcelona in Verbindung gebracht, doch eine Ausleihe mit Kaufoption, wie sie dem Spitzenreiter der spanischen Segunda Division vorschweben soll, dürfte für die Düsseldorfer Verantwortlichen kein Thema sein. Generell dürfte sich das Interesse, Kownacki in seiner womöglich besten Phase bei der Fortuna abzugeben, in engen Grenzen halten.