Fortuna Düsseldorf: Druck auf Rachid Azzouzi wächst – Sportdirektor verteidigt sich

Funkel steigt heute ein

Am heutigen Dienstag tritt Friedhelm Funkel sein Amt als Trainer bei Fortuna Düsseldorf an und beginnt seine Mission Klassenerhalt. Der 62 Jahre alte Fußball-Lehrer soll die Mannschaft zurück in die Spur bringen, was in dieser Saison weder Frank Kramer noch zuletzt Marco Kurz gelungen ist.

Lediglich unter Interimscoach Peter Hermann, der auch Funkel weiterhin als Co-Trainer zur Seite steht, gab es vor Weihnachten einen kleinen Positivtrend mit sieben Punkte aus vier Spielen, wohingegen im neuen Jahr unter Kurz aus sieben Spielen lediglich vier Punkte geholt wurden. Nach vier Niederlagen am Stück setzt die Fortuna vor allem auch deshalb große Hoffnungen in Funkel, weil dieser Situationen dieser Art bestens kennt: „Mit der Verpflichtung von Friedhelm Funkel setzen wir einen neuen Impuls im Abstiegskampf. Kaum ein anderer Trainer bringt so viel Erfahrung mit, die wir in unserer Lage jetzt dringend brauchen. Friedhelm Funkel hat in seiner langen Karriere im Profi-Fußball schon extrem viele schwierige Situationen gemeistert“, kommentierte Sportdirektor Rachid Azzouzi auf der offiziellen Vereinswebseite die Entscheidung.

Nur ein echter Fehlgriff

Für Azzouzi selbst wäre es derweil auch enorm wichtig, dass dieser Schuss sitzt. Denn muss die Fortuna den Gang in die Drittklassigkeit antreten, wäre der Sportdirektor kaum mehr zu halten. Eine Beförderung zum Sportvorstand wird es wohl nur dann geben, wenn die Saison noch halbwegs positiv beendet wird, wobei aber selbst in diesem Fall nicht auszuschließen ist, dass ein externer Kandidat den Vorzug erhält.

Azzouzi weiß natürlich auch um seine persönliche Situation, wies in der „Rheinischen Post“ aber zumindest zwischen den Zeilen auch darauf hin, dass viele Spieler noch von Ex-Sportchef Helmut Schulte oder auf Betreiben von Ex-Trainer Frank Kramer geholt wurden. „Ich stelle mich meiner Verantwortung, allerdings bitte ich auch um eine faire Beurteilung“, so Azzouzi, der bei seinen Transfers in der Tat nur bei Mike van Duinen richtig daneben gelegen hat, wohingegen Kerem Demirbay, Marcel Sobottka und Alexander Madlung sicherlich keine Fehlgriffe waren. Bei den Winter-Transfers Nikola Djurdjic und Charis Mavrias ist es für eine abschließende Bewertung noch zu früh.

Viele Spieler wollen nicht zur Fortuna

Gleichzeitig machte Azzouzi auch den im Vergleich zu anderen Klubs überschauberen Stellenwert und die nicht allzu üppigen finanziellen Möglichkeiten der Fortuna deutlich, die bei Transfers keine geringe Rolle spielen: „Glauben die Leute, ich hätte nicht mit Florian Niederlechner gesprochen? Oder mit Mark Uth, Elias Kachunga, Zoltan Stieber oder gar Claudio Pizarro? Habe ich getan, aber leider möchte nicht jeder kommen, dem man ein Angebot macht.“

Azzouzis Aussagen sind inhaltlich völlig nachvollziehbar und aufgrund der teils scharfen Kritik vielleicht auch angebracht – seinen Job behalten wird der 45-Jährige indes nur dann, wenn mit Funkel die Trendwende gelingt.