Greuther Fürth: 4-4-2 mit Mittelfeldraute weiter erste Wahl?

Jamie Leweling wäre der Leidtragende

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 23.09.20 | 08:05
Paul Seguin

Schoss Fürth gegen Osnabrück in Führung: Paul Seguin. © imago images / Jan Hübner

Die während der Vorbereitung aufgekommene, nicht einfache Frage „3 aus 6“ hat Stefan Leitl zum Auftakt der neuen Zweitliga-Saison durchaus überraschend beantwortet. Denn anstatt seine Mannschaft im bewährten und allseits erwarteten 4-3-3 auf den Platz zu schicken, entschied sich der Trainer von Greuther Fürth im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück (1:1) für ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute.

Von den sechs Kandidaten für das zentrale Mittelfeld mussten damit nur Neuzugang Anton Stach und Timothy Tillman mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen. Das übrige Quartett schaffte es dagegen in die erste Elf: vor Hans Nuno Sarpei als Sechser agierten Paul Seguin und Julian Green auf den beiden Halbpositionen, während Sebastian Ernst in der Zehner-Rolle schlüpfte.

Den Erwartungen an diese Position wurde Ernst dann auch schnell gerecht und bereitete schon nach 15 Minuten den Führungstreffer durch Mittelfeldkollege Seguin vor. Auch Sarpei und Green enttäuschten nicht und hatten vor allem vor der Pause Anteil am guten Fürther Auftritt, der sich allerdings im zweiten Durchgang nicht oder allenfalls bedingt fortsetzte.

Leweling muss nach enttäuschendem Pokal-Auftritt weichen

Welche Formation Trainer Leitl seine Elf am Freitagabend im Spiel bei Erzgebirge Aue ist aktuell noch offen. Für ein erneutes 4-4-2 spricht neben der Möglichkeit, vier Mittelfeldspieler aufzubieten auch, dass sich alle Angreifer im Kader für eine Doppelspitze eignen. Havard Nielsen und Branimir Hrgota ebenso wie Dickson Abiama und der nach seiner erst letzte Woche erfolgten Verpflichtung gegen Osnabrück noch fehlende Emil Berggreen.

Leidtragender eines 4-4-2 mit Mittelfeldraute ist indes just der Fürther Spieler mit dem wohl größten Entwicklungspotential. Jamie Leweling, der auf beiden Flügeln eingesetzt werden kann und damit prädestiniert für ein 4-3-3 ist, musste sich nach einem durchwachsenen Startelfeinsatz im Pokal beim RSV Meinerzhagen (6:1 n.V.) gegen Osnabrück mit einem Kurzeinsatz begnügen.

Schon in Aue aber könnte der U20-Nationalspieler wieder in die Mannschaft rücken und gemeinsam mit dem flexibel einsetzbaren Hrgota in einem 4-3-3 die offensiven Außenpositionen besetzen. Die Entscheidung, einen der vier am letzten Wochenende von Beginn an aufgebotenen Mittelfeldspieler draußen zu lassen, dürfte Leitl indes auch nicht leicht fallen.